+APP.1.2 Webbrowser
---+APP.1.2.G1 Ausführung von Schadcode durch Webbrowser
---+APP.1.2.G2 Exploit Kits
---+APP.1.2.G3 Mitlesen der Internetkommunikation
---+APP.1.2.G4 Integritätsverlust in Webbrowsern
---+APP.1.2.G5 Verlust der Privatsphäre
---+APP.1.2.A1 Verwendung von grundlegenden Sicherheitsmechanismen (B)
---+APP.1.2.A2 Unterstützung sicherer Verschlüsselung der Kommunikation (B)
---+APP.1.2.A3 Verwendung von vertrauenswürdigen Zertifikaten (B)
---+APP.1.2.A6 Kennwortmanagement im Webbrowser (B)
---+APP.1.2.A13 Nutzung von DNS-over-HTTPS (B)
---+APP.1.2.A7 Datensparsamkeit in Webbrowsern (S) [Benutzende]
---+APP.1.2.A9 Einsatz einer isolierten Webbrowser-Umgebung (H)
---+APP.1.2.A10 Verwendung des privaten Modus (H) [Benutzende]
---+APP.1.2.A11 Überprüfung auf schädliche Inhalte (H)
---+APP.1.2.A12 Zwei-Browser-Strategie (H)
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APP.1.2 Webbrowser
EinleitungWebbrowser sind Anwendungsprogramme, die (Hypertext-) Dokumente, Bilder, Video-, Audio- und andere Datenformate aus dem Internet abrufen, verarbeiten, darstellen, ausgeben und auf lokalen IT-Systemen speichern können. Ebenso können Webbrowser auch Daten ins Internet übertragen. Stationäre und mobile Clients sind heute ohne Webbrowser nicht vorstellbar, weil sehr viele private und geschäftliche Anwendungen entsprechende Inhalte nutzen. Gleichzeitig werden diese Inhalte im Internet immer vielfältiger. Die meisten Webseiten nutzen eingebettete Videos, animierte Elemente und andere aktive Inhalte. Moderne Webbrowser decken zudem eine große Bandbreite an Zusatzfunktionen ab, indem sie Plug-ins und externe Bibliotheken einbinden. Hinzu kommen Erweiterungen für bestimmte Funktionen, Datenformate und Inhalte. Die Komplexität moderner Webbrowser bietet ein hohes Potenzial für gravierende konzeptionelle Fehler und programmtechnische Schwachstellen. Sie erhöht nicht nur die möglichen Gefahren für Angriffe aus dem Internet, sondern birgt zusätzliche Risiken durch Programmier- und Bedienungsfehler. Die Risiken für die Vertraulichkeit und Integrität von Daten sind erheblich. Ebenso ist die Verfügbarkeit des gesamten IT-Systems durch solche Schwachstellen bedroht. Internetinhalte müssen demzufolge aus Sicht des Webbrowsers grundsätzlich als nicht vertrauenswürdig angesehen werden. ZielsetzungZiel dieses Bausteins ist es, Sicherheitsanforderungen für Webbrowser, die auf Clients, also auf stationären und mobilen IT-Systemen sowie auch auf Tablets und Smartphones, eingesetzt werden, zu beschreiben. Abgrenzung und ModellierungDer Baustein APP.1.2 Webbrowser ist auf jeden Webbrowser einmal anzuwenden. Er enthält grundsätzliche Sicherheitsanforderungen, die bei der Installation und dem Betrieb von Webbrowsern für den Zugriff auf Daten aus dem Internet zu beachten und zu erfüllen sind. Webbrowser sind eine der am häufigsten genutzten Anwendungen. Sie greifen auf ungeprüfte, potentiell schädliche Daten im Internet zu und stellen damit ein Einfallstor für Angriffe dar, oft mit dem Ziel, sich weiter auf das Betriebssystem auszubreiten. Um die Betriebssysteme abzusichern, sollten daher die Anforderungen der Bausteine der Schichten SYS.2 Desktop-Systeme und SYS.3.2 Tablet und Smartphone erfüllt werden. Mit Browsern genutzte Webanwendungen sowie zuständige Server werden in den Bausteinen APP.3.1 Webanwendungen und Webservices und APP.3.2 Webserver behandelt. Allgemeine Anforderungen an den sicheren Einsatz von Software sind in diesem Baustein nicht enthalten. Sie sind im Baustein APP.6 Allgemeine Software zu finden, der zusätzlich zu diesem Baustein anzuwenden ist. Wissenswertes- BSI-Veröffentlichung zur Cyber-Sicherheit BSI-CS 047: „Absicherungsmöglichkeiten beim Einsatz von Webbrowsern“
- Mindeststandard des BSI für den Einsatz des SSL/ TLS-Protokoll durch Bundesbehörden nach § 8 Abs. 1 Satz 1 BSIG
- Mindeststandard des BSI für Webbrowser nach § 8 Absatz 1 Satz 1 BSIG
- Common Criteria Protection Profile for Remote-Controlled Browsers Systems (ReCoBS): BSI-PP-0040
Die Mindeststandards sind von den in § 8 Abs. 1 Satz 1 BSIG genannten Stellen der Bundesverwaltung umzusetzen.
1. Přehled
| Název |
Standard |
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APP.1.2.A1 Verwendung von grundlegenden Sicherheitsmechanismen (B)
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Der eingesetzte Webbrowser MUSS sicherstellen, dass jede Instanz und jeder Verarbeitungsprozess nur auf die eigenen Ressourcen zugreifen kann (Sandboxing). Webseiten MÜSSEN als eigenständige Prozesse oder mindestens als eigene Threads voneinander isoliert werden. Plug-ins und Erweiterungen MÜSSEN ebenfalls in isolierten Bereichen ausgeführt werden. Der verwendete Webbrowser MUSS die Content Security Policy (CSP) umsetzen. Der aktuell höchste Level der CSP SOLLTE erfüllt werden. Der Browser MUSS Maßnahmen zur Same-Origin-Policy und Subresource Integrity unterstützen.
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APP.1.2.A2 Unterstützung sicherer Verschlüsselung der Kommunikation (B)
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Der Webbrowser MUSS Transport Layer Security (TLS) in einer sicheren Version unterstützen. Verbindungen zu Webservern MÜSSEN mit TLS verschlüsselt werden, falls dies vom Webserver unterstützt wird. Unsichere Versionen von TLS SOLLTEN deaktiviert werden. Der Webbrowser MUSS den Sicherheitsmechanismus HTTP Strict Transport Security (HSTS) gemäß RFC 6797 unterstützen und einsetzen.
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APP.1.2.A3 Verwendung von vertrauenswürdigen Zertifikaten (B)
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Falls der Webbrowser eine eigene Liste von vertrauenswürdigen Wurzelzertifikaten bereitstellt, MUSS sichergestellt werden, dass nur der IT-Betrieb diese ändern kann. Falls dies nicht durch technische Maßnahmen möglich ist, MUSS den Benutzenden verboten werden, diese Liste zu ändern. Außerdem MUSS sichergestellt werden, dass der Webbrowser Zertifikate lokal widerrufen kann. Der Webbrowser MUSS die Gültigkeit der Server-Zertifikate mithilfe des öffentlichen Schlüssels und unter Berücksichtigung des Gültigkeitszeitraums vollständig prüfen. Auch der Sperrstatus der Server-Zertifikate MUSS vom Webbrowser geprüft werden. Die Zertifikatskette einschließlich des Wurzelzertifikats MUSS verifiziert werden. Der Webbrowser MUSS den Benutzenden eindeutig und gut sichtbar darstellen, ob die Kommunikation im Klartext oder verschlüsselt erfolgt. Der Webbrowser SOLLTE den Benutzenden auf Anforderung das verwendete Serverzertifikat anzeigen können. Der Webbrowser MUSS den Benutzenden signalisieren, wenn Zertifikate fehlen, ungültig sind oder widerrufen wurden. Der Webbrowser MUSS in diesem Fall die Verbindung abbrechen, bis die Benutzenden diese ausdrücklich bestätigt haben.
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APP.1.2.A6 Kennwortmanagement im Webbrowser (B)
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Wird ein Kennwortmanager im Webbrowser verwendet, MUSS er eine direkte und eindeutige Beziehung zwischen Webseite und hierfür gespeichertem Kennwort herstellen. Der Kennwortspeicher MUSS die Passwörter verschlüsselt speichern. Es MUSS sichergestellt werden, dass auf die im Kennwortmanager gespeicherten Passwörter nur nach Eingabe eines Master-Kennworts zugegriffen werden kann. Außerdem MUSS sichergestellt sein, dass die Authentisierung für den kennwortgeschützten Zugriff nur für die aktuelle Sitzung gültig ist. Der IT-Betrieb MUSS sicherstellen, dass der verwendete Browser den Benutzenden die Möglichkeit bietet, gespeicherte Passwörter zu löschen.
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APP.1.2.A13 Nutzung von DNS-over-HTTPS (B)
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Die Institution MUSS entscheiden, ob die verwendeten Browser DNS-over-HTTPS (DoH) verwenden sollen. Die Browser MÜSSEN entsprechend dieser Entscheidung konfiguriert werden. Falls ein interner DNS-Resolver verwendet wird, MUSS dieser auch vom Browser verwendet werden.
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APP.1.2.A7 Datensparsamkeit in Webbrowsern (S) [Benutzende]
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Cookies von fremden Institutionen SOLLTEN im Webbrowser abgelehnt werden. Gespeicherte Cookies SOLLTEN durch die Benutzenden gelöscht werden können. Die Funktion zur Autovervollständigung von Daten SOLLTE deaktiviert werden. Wird die Funktion dennoch genutzt, SOLLTEN die Benutzenden diese Daten löschen können. Die Benutzenden SOLLTE außerdem die Historiendaten des Webbrowsers löschen können. Sofern vorhanden, SOLLTE eine Synchronisation des Webbrowsers mit Cloud-Diensten deaktiviert werden. Telemetriefunktionen sowie das automatische Senden von Absturzberichten, URL-Eingaben und Sucheingaben aus der Institution heraus oder an Externe SOLLTEN soweit wie möglich deaktiviert werden. Peripheriegeräte wie Mikrofon oder Webcam sowie Standortfreigaben SOLLTEN nur für Webseiten aktiviert werden, bei denen sie unbedingt benötigt werden. Der Browser SOLLTE eine Möglichkeit bieten, WebRTC, HSTS und JavaScript zu konfigurieren bzw. abzuschalten.
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APP.1.2.A9 Einsatz einer isolierten Webbrowser-Umgebung (H)
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Die Institution SOLLTE speziell abgesicherte, isolierte Browserumgebungen einsetzen, wie z. B. ReCoBS oder virtualisierte Instanzen.
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APP.1.2.A10 Verwendung des privaten Modus (H) [Benutzende]
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Der Webbrowser SOLLTE bei erhöhten Anforderungen bezüglich der Vertraulichkeit im sogenannten privaten Modus ausgeführt werden, sodass keine Informationen oder Inhalte dauerhaft auf dem IT-System der Benutzenden gespeichert werden. Der Browser SOLLTE so konfiguriert werden, dass lokale Inhalte beim Beenden gelöscht werden.
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APP.1.2.A11 Überprüfung auf schädliche Inhalte (H)
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Aufgerufene Internetadressen SOLLTEN durch den Webbrowser auf potenziell schädliche Inhalte geprüft werden. Der Webbrowser SOLLTE die Benutzenden warnen, wenn Informationen über schädliche Inhalte vorliegen. Eine als schädlich klassifizierte Verbindung SOLLTE NICHT aufgerufen werden können. Das verwendete Verfahren zur Überprüfung DARF NICHT gegen Datenschutz- oder Geheimschutz-Vorgaben verstoßen.
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APP.1.2.A12 Zwei-Browser-Strategie (H)
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Für den Fall von ungelösten Sicherheitsproblemen mit dem verwendeten Webbrowser SOLLTE ein alternativer Browser mit einer anderen Plattform installiert sein, der den Benutzenden als Ausweichmöglichkeit dient.
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1.1 Odkazy
1.2 Identifikované požadavky
1.3 Související regulace
2. Identifikované požadavky
Požadavky
| Zdroj |
Požadavek |
3. Související regulace
Propojené úkoly
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