+ARCH.2 Netzdesign
---+ARCH.2.1 Netzsegmente
---+ARCH.2.2 Einschränkung von Verbindungen zwischen Segmenten
------+ARCH.2.2.1 Externe Netzanschlüsse
------+ARCH.2.2.2 Gastnetz
------+ARCH.2.2.3 Segmentierung von Servern und Clients
------+ARCH.2.2.4 VoIP-Netz
------+ARCH.2.2.5 OT-Systeme
------+ARCH.2.2.6 Demilitarisierte Zone
------+ARCH.2.2.7 Management-Netz
------+ARCH.2.2.8 Segmentierung von Test und Betrieb
------+ARCH.2.2.9 Segmentierung von IPv4 und IPv6
------+ARCH.2.2.10 Drucker-Netz
------+ARCH.2.2.11 Physische Segmentierung
------+ARCH.2.2.12 Sprungserver
---+ARCH.2.3 Mikrosegmentierung
---+ARCH.2.4 Inventar der Netze
---+ARCH.2.5 Netzplan
---+ARCH.2.6 Topologieüberwachung

ARCH.2 Netzdesign

1. Přehled

Název Standard
ARCH.2.1 Netzsegmente

Architektur für Netze SOLLTE eine Unterteilung des internen Netzes in Netzsegmente unter Berücksichtigung der Anforderungen der Institution und des Schutzbedarfes verankern.

Erläuterung

Die Aufteilung in Netzsegmente (auch Netzdomänen oder Subnetze genannt) ermöglicht es, verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Schutzanforderungen – z. B. Büro-IT, Produktionsnetz, Managementnetz – getrennt zu betrachten und gezielt zu schützen. Relevant sind dabei (falls vorhanden) auch WLANs/SSIDs, IoT-Geräte wie vernetzte Kühlschränke, Hausleittechnik, operative Technologien, Industrielle Steuerungssysteme oder Netze zum Zugriff auf Speichersysteme (Storage Area Network, SAN). Die Anforderung gilt auch, wenn die Systeme nur noch als VMs oder Container existieren. Die Segmentierung kann hier in die virtuelle Netzwerk‑Ebene verlagert werden, sodass die Segmentierung weder vom Hypervisor noch von den Workloads umgangen wird. Die Einteilung in Segmente kann anhand einer Klassifizierung von Netzen erfolgen (z.B. nach Schutzbedarf der dort verarbeiteten Daten oder nach Risikoklassen angeschlossener Systeme) erfolgen. Beispiele hierfür sind Internet-Domäne, Endgeräte-Domäne, Domäne für zentrale Serverdienste, Domäne für Systeme hoher Vertraulichkeit. Alternativ können auch organisatorische Domänen verwendet werden, z. B. Personalwesen, Marketing, Finanzverwaltung, Innere Verwaltung. Die Filterkriterien können sich nach den Sicherheitsanforderungen der jeweiligen Netze im Einzelnen oder nach einer vorgenommenen Klassifikation der Netze richten. Hierzu gehören insbesondere die Anforderungen zur Authentifizierung und Autorisierung von Assets.

ARCH.2.2 Einschränkung von Verbindungen zwischen Segmenten

Architektur für Netze SOLLTE Verbindungen zwischen Netzsegmenten anhand von [Kriterien] einschränken.

Erläuterung

Dient dem Ziel, die Angriffsfläche innerhalb interner und externer Netze zu reduzieren und die Ausbreitung potenzieller Schadsoftware oder unberechtigter Zugriffe einzudämmen. Ohne solche Begrenzungen könnte ein einzelner kompromittierter Bereich direkten Zugriff auf weitere sensible Segmente erhalten und dadurch Geschäftsprozesse massiv beeinträchtigen. Beispielsweise benötigt ein Endgerät Verbindungen zu internen Servern und Druckern, während Gäste lediglich auf den Internetanschluss Zugriff benötigen. Im Blick auf weitreichende Sicherheitsvorfälle ist hier insbesondere die Trennung interner Netzsegmente vom Internet zu beachten. Diese Regeln können auf Kriterien wie Gerätetyp (z. B. Laptop, IoT-Gerät), Benutzerrolle (z. B. Administrator, Gast), physischem Anschlussort oder Uhrzeit basieren. Eine klare Trennung von Benutzergruppen über VLANs oder dynamische ACLs erhöht die Sicherheit und Transparenz. Für die Einführung in eine bestehende Umgebung kann ein gestuftes Vorgehen gewählt werden: (1) Zunächst wird ein Überwachungsmodus ("Audit-Only") aktiviert, der protokolliert, welche Zugriffe durch eine strengere Richtlinie verweigert würden, ohne sie tatsächlich zu blockieren. (2) Anschließend werden diese Protokolle analysiert, um legitime, für den Geschäftsbetrieb notwendige Zugriffe zu identifizieren und diese gezielt in die jeweiligen Rollen und Berechtigungsgruppen aufzunehmen. (3) Erst wenn keine legitimen Zugriffe mehr in den Protokollen als "verweigert" auftauchen, wird die Richtlinie scharf geschaltet und blockiert aktiv alle nicht explizit erlaubten Zugriffe.

ARCH.2.3 Mikrosegmentierung

Architektur für IT-Systeme KANN Verbindungen zu allen anderen IT-Systemen einschränken.

Erläuterung

Mikrosegmentierung ist die Unterteilung des Netzes in möglichst kleine Segmente (z.B. pro IT-System oder Server-Anwendung). Für jedes dieser Segmente wird die erlaubte Kommunikation definiert und gefiltert. Mikrosegmentierung sorgt dafür, dass z.B. zwei medizinische Geräte mit gleicher Rolle zwar ins gleiche VLAN dürfen, aber nicht direkt miteinander kommunizieren dürfen. Die Umsetzung kann mit dynamischen VLANs, softwaredefinierten Netzwerken (SDN) oder Netzwerk-Firewalls auf Host-Ebene erfolgen. Die Mikrosegmentierung begrenzt Angriffe, die sich lateral ausbreiten.

ARCH.2.4 Inventar der Netze

Architektur SOLLTE ein Inventar der Netze einschließlich interner Segmente, externer Netzanschlüsse und deren Verwendungszweck dokumentieren.

Erläuterung

Die Erfassung externer Netzanschlüsse – etwa zu Partnernetzen, Cloud-Diensten oder dem Internet – hilft, potenzielle Angriffspunkte zu identifizieren und gezielte Schutzmaßnahmen zu planen. Beispiele für interne Netzsegmente können klassische Trennungen wie IT-Office-Netze, SCADA-/Leittechnik-Netze oder DMZs für externe Zugriffe sein. Dabei sollten auch virtuelle Netze und virtuelle Switches berücksichtigt werden, ebenso wie Container-Infrastrukturen. Als externe Netzanschlüsse kommen etwa VPN-Gateways, dedizierte Providerverbindungen, Fernwartungszugänge oder Cloud-Endpunkte in Frage. Dabei sind nicht nur die auf den ersten Blick relevanten Datennetze, sondern auch andere Telekommunikationsanbindungen wie ISDN-Leitungen, Mobilfunkausweichstrecken oder WLAN-Roaming von Clients relevant. Der Verwendungszweck beschreibt, warum ein Segment oder Anschluss existiert – etwa für Produktivsysteme, Entwicklung, Administration oder Gastzugänge. Der Zweck von Netzsegmenten kann durch einen sprechenden Namen dokumentiert werden, z. B. Management-Netz, OT-Netz, Internetanschluss, Netz der Finanzverwaltung. Dies hilft, Zuständigkeiten und Zugriffsrechte klar zuzuordnen, z. B. anhand von Geschäftsprozessen, Organisationseinheiten oder Zielgruppen (z. B. Gäste, Vertrieb, Leitung). Dabei sind, falls vorhanden, auch WLANs/SSIDs, IoT-Geräte wie vernetzte Kühlschränke, Hausleittechnik, operative Technologien oder Industrielle Steuerungssysteme zu berücksichtigen. Informationen können aus Netzwerkmanagementsystemen, Konfigurationsdateien oder Asset-Management-Tools gewonnen werden. Die Pflege kann als wiederkehrende Aufgabe in Prozesse eingebettet oder im Rahmen von Änderungen (z. B. Change Management) angestoßen werden. Auch eine einfache Pflege in Tabellenform kann sinnvoll sein – entscheidend ist die Klarheit und Aktualität.

ARCH.2.5 Netzplan

Architektur für Netze SOLLTE einen Netzplan dokumentieren.

Erläuterung

Ein Netzplan (engl. network diagram) stellt eine schematische Darstellung der logischen und physischen Struktur von Kommunikationsnetzen dar und bildet die Grundlage für Transparenz im Betrieb. Er kann einen zentralen Beitrag zur Informationssicherheit leisten, da er Transparenz über die Struktur, Verbindungen und Schutzbedarfe einer Netzwerkumgebung schafft. Ein aktueller Netzplan, aus dem sich gut die Netzstruktur erkennen lässt, ermöglicht es Anschlüssen mit hohem Risiko oder von einzelnen Ausfallstellen (Single Points of Failure) auf einen Blick zu erkennen. Für die Umsetzung ist es nicht erforderlich, jedes Subnetz einzeln in einer Grafik zu visualisieren. Vielmehr kann es hilfreich sein, Netzpläne auf einem abstrahierten Level zu halten, z. B. als logische Übersicht mit Domänen, Segmenten und Übergängen (bereinigter Netzplan). Eine Visualisierung als Layer-Modell (z. B. Infrastruktur-, Kommunikations- und Applikationsebene) kann zusätzliche Einblicke schaffen. Auch eine einfache Pflege als visuelle Skizze kann sinnvoll sein – entscheidend ist die Klarheit und Aktualität.

ARCH.2.6 Topologieüberwachung

Architektur für Netze SOLLTE die Einhaltung der Netzarchitektur [regelmäßig] überprüfen.

Erläuterung

Unbeabsichtigte Netzverbindungen können z.B. über falsch gesteckte Kabel, WLAN auf Clients oder Modems im öffentlichen Telefonnetz (PSTN) an einer TK-Anlage entstehen. Die Anforderung kann durch Netzscans, Software zur Topologieüberwachung oder Protokollanalyse umgesetzt werden. Hierbei sind auch virtualisierte Systeme auf VM-Hosts zu berücksichtigen.

1.1 Odkazy

1.2 Identifikované požadavky

1.3 Související regulace

2. Identifikované požadavky

Požadavky
Zdroj Požadavek

3. Související regulace

Regulace
Zdroj Regulace