+KONF.2 Konfiguration von Systemen
---+KONF.2.1 Grundkonfiguration für Systeme
------+KONF.2.1.1 Versionierung der Systemkonfiguration
---+KONF.2.2 Kryptographische Verfahren in IT-Systemen
---+KONF.2.3 Änderung von Default-Zugangsdaten
---+KONF.2.4 Deaktivierung nicht benötigter Systemfunktionen
------+KONF.2.4.1 Nicht benötigte Zertifikate
------+KONF.2.4.2 Externe Cloud-Anbindungen
---+KONF.2.5 Überprüfung der Konfiguration
------+KONF.2.5.1 Automatische Konfigurationsverwaltung
---+KONF.2.6 Automatische Konfigurationsverwaltung
---+KONF.2.7 Souveräne Werkzeuge
---+KONF.2.8 Alternative Administrationszugänge
---+KONF.2.9 Abgesicherter und authentisierter Bootprozess

KONF.2 Konfiguration von Systemen

1. Přehled

Název Standard
KONF.2.1 Grundkonfiguration für Systeme

Konfiguration für IT-Systeme SOLLTE eine Grundkonfiguration dokumentieren.

Erläuterung

Eine Grundkonfiguration (engl. baseline configuration) bezeichnet hier einen dokumentierten Ausgangszustand, der alle sicherheitsrelevanten Einstellungen, Dienste und Komponenten umfasst und als verbindlicher Referenzpunkt für den Betrieb und die Härtung dient. Sie stellt damit eine Art „Zielzustand“ dar, anhand dessen spätere Änderungen überprüft oder Abweichungen erkannt werden können. Ohne eine solche Referenz könnte es bei Installationen, Updates oder Wiederherstellungen zu unsicheren Abweichungen kommen, etwa wenn unnötige Dienste aktiv bleiben, Standardkonten nicht deaktiviert sind oder Kommunikationsschnittstellen unkontrolliert offenstehen; umgekehrt kann eine saubere Grundkonfiguration sicherstellen, dass Systeme konsistent, nachvollziehbar und auf Basis etablierter Sicherheitsanforderungen betrieben werden. Hierzu gehört z.B. die Konfiguration der Uhrensychronisation, von DNS und Verzeichnisdiensten, die Änderung von Default-Zugangsdaten oder der automatische Abruf benötigter Lizenzen. Die Umsetzung einer Grundkonfiguration kann durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden: (1) Es ist sinnvoll, Herstellerdokumentationen zu sichten und empfohlene Härtungseinstellungen (z. B. Deaktivierung unsicherer Protokolle) als Ausgangspunkt zu übernehmen. (2) Ergänzend können Empfehlungen des BSI oder Benchmarks wie die CIS Benchmarks herangezogen werden, um systematisch sicherheitskritische Parameter zu prüfen und einzupflegen. (3) Für komplexe Umgebungen kann ein Konfigurationsskript oder ein Automatisierungs-Tool (z. B. Ansible, Puppet, Chef) genutzt werden, um eine reproduzierbare Baseline einzuspielen und Abhängigkeiten der Komponenten konsistent zu berücksichtigen. Auf diese Weise kann die Institution sicherstellen, dass jede Installation oder Wiederherstellung eines Systems auf einer überprüfbaren und einheitlichen Basis erfolgt.

KONF.2.2 Kryptographische Verfahren in IT-Systemen

Konfiguration für IT-Systeme SOLLTE kryptographische Verfahren nach [anerkannten Standards] im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen zum Identitäts- und Berechtigungsmanagement aktivieren.

Erläuterung

Kryptographie wird für die Authentifizierung, Verschlüsselung und Integritätprüfung in Systemen verwendet, z.B. bei der Verschlüsselung von Speichermedien, bei der Anmeldung am System, Transportverschlüsselung von Systemupdates oder Integritätsprüfung von Systemfunktionen. Die Formulierung "im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen zum Identitäts- und Berechtigungsmanagement" bedeutet, dass die Funktionen so zu konfigurieren sind, wie in der Praktik Berechtigung (BER) festgelegt. Hierzu gehört insbesondere die Verwendung aktueller kryptographischer Verfahren, wie sie im Thema Kryptographie zu finden ist.

KONF.2.3 Änderung von Default-Zugangsdaten

Konfiguration für IT-Systeme SOLLTE die Änderung von Default-Zugangsdaten ausführen.

Erläuterung

"Default-Zugangsdaten" sind werkseitig voreingestellte Benutzername-Passwort-Kombinationen wie "root" oder "administrator", sowie vergleichbare Authentifizierungsmerkmale, die bei der Erstinbetriebnahme von IT-Systemen unverändert vorhanden sind. Diese Daten sind in der Regel öffentlich dokumentiert oder leicht im Internet auffindbar. Ihr Fortbestehen im Produktivbetrieb könnte ein erhebliches Risiko darstellen, da ein Angreifer mit minimalem Aufwand Zugriff auf Systeme erlangen könnte. Ein klassischer Vorfall könnte sein, dass ein öffentlich erreichbarer Router mit unveränderten Standardzugängen übernommen wird. Die Änderung kann demgegenüber sicherstellen, dass nur berechtigte Personen Zugriff erlangen, und kann damit unbefugte Manipulationen oder Datendiebstahl wirksam erschweren. Eine Institution kann die Anforderung umsetzen, indem bei der Inbetriebnahme jedes Systems ein Prozess etabliert wird, der die Standardzugangsdaten unmittelbar ersetzt. Dies kann beispielsweise (1) durch verpflichtende Initial-Setup-Routinen erfolgen, die eine Passwortänderung erzwingen, oder (2) durch zentrale Checklisten oder automatisierte Inventarisierung, die offene Standardzugänge identifizieren und schließen. Die Anforderung ist auch dann erfüllt, wenn diese Zugänge deaktiviert oder durch Zugänge mit von der Institution verwalteten Zugangsdaten ersetzt werden.

KONF.2.4 Deaktivierung nicht benötigter Systemfunktionen

Konfiguration für IT-Systeme SOLLTE nicht benötigte Systemfunktionen deaktivieren.

Erläuterung

Die Deaktivierung von Funktionen, die für Betrieb oder aus Sicherheitssicht nicht benötigt werden, hilft, die Angriffsfläche und Fehlerkomplexität zu verringern, z.B. unnötige Identitäten, ggf. nicht benötigte Schnittstellen wie Bluetooth, nicht verwendete Netzprotokolle wie NTLMv1 Authentifizierung, schwache Verschlüsselungsalgorithmen wie TLS1.1, die Anzeige von Nachrichteninhalten auf dem Sperrbildschirm oder nicht benötigte System- oder Telemetriedienste. Relevant sind dabei sowohl Betriebssystem- als auch Firmwarefunktionen.

KONF.2.5 Überprüfung der Konfiguration

Konfiguration für IT-Systeme SOLLTE die Übereinstimmung der tatsächlichen Konfiguration mit dem Referenzzustand [regelmäßig] überprüfen.

Erläuterung

Referenzzustand („baseline configuration“) bezeichnet hier die dokumentierte und freigegebene Konfiguration eines IT-Systems, also die gewünschte und autorisierte Einstellung von Parametern, Diensten und Komponenten. Die tatsächliche Konfiguration ist die aktuelle technische Umsetzung dieser Einstellungen auf dem System selbst. Der Abgleich beider Zustände dient vor allem der Vermeidung von Configuration Drift – d.h. dass Systeme schleichend von der definierten Soll-Konfiguration abweichen. Dies könnte auftreten, wenn Änderungen nicht zentral dokumentiert oder automatisierte Installationen nicht einheitlich umgesetzt werden. Ohne diese Kontrolle könnte es zu unbemerkten Fehlkonfigurationen kommen, die Sicherheitslücken öffnen oder Betriebsstörungen verursachen. Durch regelmäßige Vergleiche kann eine Institution sicherstellen, dass Systeme konsistent, vertrauenswürdig und wartbar bleiben. Eine praktische Umsetzung kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Technisch kann eine Institution (1) Konfigurations-Management-Werkzeuge einsetzen, die Referenzzustand-Definitionen mit Systemzuständen automatisch abgleichen, (2) Skripte oder Policies nutzen, die regelmäßig Konfigurationsdateien oder Systemeinstellungen auslesen und protokollieren, oder (3) Hash- oder Signaturverfahren anwenden, um Veränderungen an Konfigurationsdateien nachzuweisen. Prozessual kann es hilfreich sein, Änderungen zentral zu dokumentieren und automatische Reports über Abweichungen an Verantwortliche weiterzuleiten, damit diese reagieren können. Zusätzlich kann eine Institution Pilotprüfungen an Stichproben-Systemen durchführen, um die Wirksamkeit automatischer Abgleiche zu validieren. Durch diese Maßnahmen kann eine Institution eine belastbare Routine etablieren, die Configuration Drift reduziert und nicht nur technische Abweichungen sichtbar macht, sondern auch menschliche Fehler oder unautorisierte Eingriffe frühzeitig erkennen kann.

KONF.2.6 Automatische Konfigurationsverwaltung

Konfiguration für Mobile Endgeräte SOLLTE die Verwaltung durch ein Mobile Device Management (MDM) aktivieren.

Erläuterung

Die Konfigurationsanforderungen für Mobile Device Management (MDM) sind im BSI-Mindeststandard für MDM umfassend beschrieben. Es ist empfehlenswert, diese Mindestanforderungen heranzuziehen. Ergänzend wird empfohlen, sicherheitsrelevante Kriterien bereits bei der Produktauswahl zu berücksichtigen, vertrauenswürdige Apps durch Reputationsdienste zu prüfen, kompromittierte Geräte (z. B. durch Jailbreak oder Root) automatisiert zu erkennen und Geofencing zur kontextbezogenen Richtliniendurchsetzung einzusetzen.

KONF.2.7 Souveräne Werkzeuge

Konfiguration für IT-Systeme KANN Souveräne Werkzeuge installieren.

Erläuterung

„Souveräne Werkzeuge“ sind Anwendungen, Systeme und physische Werkzeuge, die technisch, rechtlich und organisatorisch unabhängig von externen Herstellern, Cloud-Anbietern oder staatlicher Einflussnahme betrieben werden können. Das umfasst vor allem Lösungen, die lokal kontrollierbar und ohne zwingende Abhängigkeit zu externen Plattformen nutzbar sind. Der Sinn der Vorschrift liegt darin, die Handlungsfähigkeit und Sicherheit der Institution zu stärken: Ein rein cloudbasierter Konfigurationsdienst könnte durch einen plötzlichen Ausfall, eine staatlich erzwungene Sperrung oder durch nachträglich geänderte Lizenzbedingungen die Betriebsfähigkeit gefährden. Die Nutzung souveräner Werkzeuge kann dagegen die Verfügbarkeit kritischer Systeme erhöhen, die Datenhoheit bewahren und Manipulationsmöglichkeiten von Dritten minimieren. Souveräne Konfigurationssysteme machen unabhängig vor Ausfällen, Datenschutzverletzungen oder einseitigen Änderungen der Nutzungsbedingungen durch externe Dienstleister. Eine Institution kann diese Anforderung beispielsweise so umsetzen: (1) Es kann auf quelloffene Konfigurations-Frameworks zurückgegriffen werden, die lokal installiert und betrieben werden. (2) Virtualisierte oder containerisierte Varianten dieser Werkzeuge werden in der eigenen Infrastruktur betrieben, sodass keine unkontrollierten externen Abhängigkeiten entstehen. (3) Ergänzend kann ein internes Repository für Konfigurationsmodule eingerichtet werden, um eine vertrauenswürdige, geprüfte und nachvollziehbare Quellenbasis sicherzustellen.

KONF.2.8 Alternative Administrationszugänge

Konfiguration für IT-Systeme KANN alternative Administrationszugänge installieren.

Erläuterung

Das ist zum Beispiel von Bedeutung bei zentralen Systemen wie Firewalls und Router, bei deren Ausfall eine Fernwartung nicht mehr möglich ist. Hierzu können alternative Werkzeuge, sowie alternative Protokolle, Schnittstellen und Zugangskonten verwendet werden. Alternative Werkzeuge sind z.B. Kommandozeilenwerkzeuge, API-Schnittstellen oder die Konsole virtualisierter oder physischer Server, statt der Grafischen Benutzeroberfläche. Bei Cloud-Diensten kann dies z.B. durch Vorhalten von sowohl Browser-Zugang als auch CLI-Zugang geschehen. Alternative Zugangskonten sind z.B Break-Glass-Accounts, deren Zugangsdaten nur bei Notfällen aus einem Safe entnommen werden.

KONF.2.9 Abgesicherter und authentisierter Bootprozess

Konfiguration für IT-Systeme KANN einen abgesicherten und authentisierten Bootprozess aktivieren.

Erläuterung

Dies empfiehlt sich für eingebettete Systeme (Embedded Systems), indem z.B. der Bootloader die Integrität des Betriebssystems überprüft und es nur dann lädt, wenn es als korrekt eingestuft wurde. Ebenso empfiehlt es sich ein mehrstufiges Boot-Konzept mit kryptographisch sicherer Überprüfung der Einzelschritte zu realisieren, sichere Hardware-Vertrauensanker zu verwenden, bei ARM & UEFI-basierten Systemem jeweils (ARM) Secure Boot zu nutzen.

1.1 Odkazy

1.2 Identifikované požadavky

1.3 Související regulace

2. Identifikované požadavky

Požadavky
Zdroj Požadavek

3. Související regulace

Regulace
Zdroj Regulace