+TEST.4 Freigabe
---+TEST.4.1 Autorisierung von Änderungen
------+TEST.4.1.1 Unabhängigkeit der Autorisierung
------+TEST.4.1.2 Staging
------+TEST.4.1.3 Dokumentation der Freigabe
---+TEST.4.2 Signatur
---+TEST.4.3 Rückfallösung
---+TEST.4.4 Geregelte Notfalländerungen
|
TEST.4 Freigabe
1. Oversigt
| Titel |
Standard |
|
TEST.4.1 Autorisierung von Änderungen
|
Änderungen und Tests SOLLTE kritische Änderungen anhand von Kriterien einschließlich der Sicherheitsanforderungen autorisieren. Erläuterung Änderungen gelten als kritisch, wenn sie breite Auswirkungen auf Geschäftsprozesse haben, beispielsweise die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung am zentralen Verzeichnisdienst. Die Kritikalität ergibt sich zudem aus Art und Umfang der Änderung, etwa bei umfangreichen Migrationen oder sicherheitsrelevanten Fehlerbehebungen. Kritische Änderungen betreffen häufig die Bereitstellung für eine große Zahl interner oder externer Nutzender oder Eingriffe in hochverfügbare Systeme. Zu den maßgeblichen Kriterien für die Freigabe zählen das fehlerfreie Durchlaufen definierter Tests, eine ausreichende Nutzerakzeptanz in einem Beta-Test und das erfolgreiche Bestehen von Penetrationstests. Zweckmäßig ist eine mehrstufige Autorisierung, in der Änderungen anhand der prognostizierten Auswirkungen den Kategorien niedrig, mittel oder hoch zugeordnet und mit abgestuften Genehmigungsanforderungen verknüpft werden. Während bei geringfügigen Änderungen an unkritischen Systemen eine konzentrierte Prüfung grundlegender Sicherheitsanforderungen wie Authentifizierung, Verschlüsselung und Härtung ausreichen kann, erfordern umfangreiche Vorhaben mit hohem Risikoprofil in der Regel automatisierte Prüfmechanismen, ergänzt durch Checklisten für manuelle Tätigkeiten, um die Auswirkungen verlässlich beherrschbar zu halten.
|
|
TEST.4.2 Signatur
|
Änderungen und Tests KANN eine Signatur der Freigabeerklärung ausführen. Erläuterung Die Signatur der Freigabeerklärung ist hier als eine digitale oder handschriftliche Unterschrift zu verstehen, die dokumentiert, dass eine geplante Änderung oder ein Test geprüft, bewertet und zur Umsetzung freigegeben wurde. Die Signatur kann damit sowohl eine elektronische Signatur nach gängigen Standards (z. B. qualifizierte elektronische Signatur im Ticketsystem) als auch eine händische Unterschrift sein. Sie stellt nicht nur eine rechtliche, sondern vor allem eine technische und organisatorische Nachvollziehbarkeit sicher, indem eindeutig erkennbar wird, wer eine Entscheidung zur Durchführung von Änderungen verantwortet hat. Die Freigabe durch eine Signatur kann dazu beitragen, dass unbeabsichtigte oder fehlerhafte Änderungen nicht unkontrolliert in den Betrieb gelangen. Ein fehlender Nachweis könnte im Vorfallfall zu Streitigkeiten über Verantwortlichkeiten führen oder die forensische Nachvollziehbarkeit erschweren. Ebenso könnte ohne dokumentierte Freigabe eine ungetestete Änderung produktive Systeme beeinträchtigen und Ausfälle oder Datenverlust verursachen. Durch eine dokumentierte Signatur kann hingegen nachvollziehbar gemacht werden, dass fachliche, technische und sicherheitsrelevante Prüfungen stattgefunden haben und die Entscheidung zur Umsetzung bewusst und überprüfbar getroffen wurde.
|
|
TEST.4.3 Rückfallösung
|
Änderungen und Tests SOLLTE eine Rückfallösung verankern. Erläuterung Kritisch sind administrative Änderungen an geschäftskritischen Systemen, da ihr Ausfall gravierende Folgen haben könnte. Die Kritikalität ergibt sich außerdem aus Art und Umfang der Änderungen, z.B. umfangreiche Migration oder Bugfix. Maßnahmen können z.B. die Wiederherstellung aus einer vorher erstellten aktuellen Datensicherung, einer Versionsverwaltung oder Blue-Green-Deployment sein.
|
|
TEST.4.4 Geregelte Notfalländerungen
|
Änderungen und Tests SOLLTE Regelungen für Notfalländerungen einschließlich Vorgehensweise, Zuständigkeiten, erforderlicher Ressourcen und minimaler Prüfschritte verankern. Erläuterung Ein Notfall-Deployment-Prozess ermöglicht eine schnelle Reaktion auf akute Bedrohungen. Als Notfall-Ereignisse kommen z.B. Zero-Day-Exploits, kritische Sicherheitslücken mit aktiver Ausnutzung, schwerwiegende Produktionsfehler mit Geschäftsauswirkungen oder koordinierte Cyberangriffe in Frage. Zu einer strukturierten Vorgehensweise können z.B. gehören: (1) Ein Eskalationsverfahren mit definierten Kommunikationswegen, z.B. zum ISB und Administrierenden, welche über Rufbereitschaftspläne und automatisierte Alarmierungssysteme erreichbar sind und Zugriffsrechte auf isolierte Notfall-Deployment-Umgebungen, vorkonfigurierte Rollback-Mechanismen sowie dedizierte Notfall-Builds mit minimalen Abhängigkeiten besitzen. (2) Minimale Prüfschritte können z.B. eine beschleunigte Sicherheitsvalidierung kritischer Codeänderungen, automatisierte Sicherheitsscans zur Identifikation offensichtlicher Schwachstellen, die Verifizierung der Code-Integrität durch mindestens zwei autorisierte Personen nach dem Vier-Augen-Prinzip sowie ein dokumentierter Genehmigungsprozess mit expliziter Abzeichnung durch den CISO oder einen designierten Stellvertreter sein. (3) Eine Nachbereitung mit Post-Incident-Analyse zur Dokumentation der getroffenen Maßnahmen, identifizierten Verbesserungspotenzialen und notwendigen Nacharbeiten.
|
1.1 Referencer
1.2 Identificerede krav
1.3 Relaterede reguleringer
2. Identificerede krav
3. Relaterede reguleringer
Reguleringer
| Kilde |
Regulering |
|