+REA.2 Reaktion
---+REA.2.1 Triage und Erstreaktion
---+REA.2.2 Automatische Erstreaktion
---+REA.2.3 Dokumentation von Vorfällen
---+REA.2.4 Diagnosedaten
---+REA.2.5 IT-Forensik
------+REA.2.5.1 Rechtssichere Beweissicherung
------+REA.2.5.2 Vier-Augen-Prinzip
------+REA.2.5.3 Forensik-Dienstleister
---+REA.2.6 Ursachenanalyse und Behandlung
------+REA.2.6.1 Dokumentation des Vorgehens
------+REA.2.6.2 Kommunikation bei Vorfällen
---------+REA.2.6.2.1 Information zuständiger Behörden
------+REA.2.6.3 Koordinierung
------+REA.2.6.4 Service Level
------+REA.2.6.5 Eskalation

REA.2 Reaktion

1. Oversigt

Titel Standard
REA.2.1 Triage und Erstreaktion

Sicherheitsvorfallsbehandlung SOLLTE Meldungen einer Priorität zuweisen.

Erläuterung

Triage ist ein strukturiertes Vorgehen zur Priorisierung und Ersteinschätzung von Sicherheitsvorfällen, mit dem Ziel, rasch und effizient auf Bedrohungen zu reagieren, Ressourcen gezielt einzusetzen und weitere Schäden zu minimieren. Dabei wird festgestellt, welche Vorfälle sofortige Aufmerksamkeit benötigen, welche weiter analysiert oder beobachtet werden oder irrelevante Fehlalarme sind. Kritische Vorfälle können z.B. ein Virenfund auf einem Server, Ransomwarevorfälle oder Spionage durch professionelle Täter sein. Die Umsetzung kann auch automatisiert durch EDR/SOAR geschehen. Eine Erstreaktion ist eine schnelle Handlung, die dazu dient, weitere Schäden wie eine Ausbreitung von Angriffen oder Störungen in Geschäftsprozessen zu vermeiden. Sie kann z.B. in der Abschaltung betroffener Systeme, der Deaktivierung eines Zugangskonto, der Information Nutzender über eine Störung oder der Aktivierung eines Ausweichrechenzentrums bestehen.

REA.2.2 Automatische Erstreaktion

Sicherheitsvorfallsbehandlung KANN eine automatische Erstreaktion aktivieren.

Erläuterung

Die automatische Erstreaktion kann je nach Risikoprofil durch institutionseigene Host- oder Network Intrusion Prevention Systeme (HIPS / NIPS) oder eine vergleichbare Cloud-Lösung umgesetzt werden.

REA.2.3 Dokumentation von Vorfällen

Sicherheitsvorfallsbehandlung SOLLTE den Vorfall dokumentieren.

Erläuterung

Dokumentation des Vorfalls meint hier die nachvollziehbare, strukturierte und revisionssichere Aufzeichnung aller für eine spätere Auswertung relevanten Informationen zu einem Sicherheitsvorfall („security incident“). Dazu gehören insbesondere Zeitpunkt, Art, Ausmaß, betroffene Systeme oder Daten sowie eingeleitete Sofortmaßnahmen. Sie dient nicht allein der internen Nachvollziehbarkeit, sondern potenziell auch der rechtlichen Beweissicherung („evidence preservation“) und Verbesserung des Sicherheitsmanagements. Eine lückenhafte oder unvollständige Dokumentation könnte dazu führen, dass Ursachenanalysen fehlschlagen, Wiederholungen nicht verhindert werden oder rechtliche Nachweispflichten – etwa im Rahmen von Datenschutzvorfällen – nicht erfüllt werden könnten. Eine sorgfältig geführte Aufzeichnung kann dagegen die Transparenz im Incident-Handling erhöhen, interne Lernprozesse fördern und Verantwortlichkeiten eindeutig nachvollziehbar machen. Sinnvolle Varianten der Umsetzung können in Form von (1) standardisierten Incident-Report-Templates, (2) elektronischen Ticket- oder Case-Management-Systemen zur Vorfallserfassung oder (3) forensischen Protokollen mit Zeitstempeln und Beweismitteln erfolgen.

REA.2.4 Diagnosedaten

Sicherheitsvorfallsbehandlung SOLLTE Diagnosemethoden für den Fall, dass der Vorfall sich mit den standardisiert erfassten Informationen nicht ausreichend analysieren lässt, verankern.

Erläuterung

Der Begriff Diagnosemethoden bezeichnet in diesem Kontext strukturierte Verfahren, Werkzeuge oder Analyseansätze, die eingesetzt werden können, um bei Sicherheitsvorfällen zusätzliche Informationen zu gewinnen, wenn die standardisierten Erstinformationen nicht ausreichen. Der Sinn der Vorschrift liegt darin, die Gefahr zu reduzieren, dass ein Vorfall unvollständig verstanden bleibt und dadurch falsche Entscheidungen getroffen werden. Eine Institution kann die Anforderung durch verschiedene technische und prozessuale Maßnahmen abbilden. So kann sie (1) erweiterte Protokollierungsoptionen aktivieren, etwa durch temporäres Erhöhen von Log-Levels in relevanten Systemen, (2) Datensicherungen einzelner betroffener Systeme, Anwendungen oder Netzwerksegmente vornehmen, um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, und (3) spezielle Analysewerkzeuge einsetzen, beispielsweise für Speicherabbilder oder Netzwerkanomalien. Ergänzend kann es sinnvoll sein, ein Playbook mit typischen Diagnosepfaden für häufige Vorfallarten bereitzuhalten, sodass Mitarbeitende bei Bedarf gezielt auf tiefergehende Analysen zurückgreifen können.

REA.2.5 IT-Forensik

Sicherheitsvorfallsbehandlung SOLLTE eine forensische Analyse bei Vorfällen, die [bestimmte Kriterien] erfüllen, ausführen.

Erläuterung

Bei einer forensischen Analyse werden Beweise gesichert und Erkenntnisse zur Verbesserung von Schutzmaßnahmen gegen künftige Vorfälle gewonnen. Die Kriterien richten sich nach dem Schutzbedarf der betroffenen Informationen, Compliance-Verpflichtungen und dem Risikoprofil der Institution als Ganzes. Kriterien können, z.B. Anzeichen für einen (auch teilweise) erfolgreichen, gezielten Angriff, eine Straftat im Zusammenhang mit der Informationsverarbeitung oder eine Kompromittierung schützenswerter Informationen sein. Die Forensik kann durch eigenes qualifiziertes Personal oder durch einen im Vorfeld festgelegten, im Ernstfall zu beauftragenden Dienstleister geschehen. Zur Vorgehensweise können sowohl technische Werkzeuge, als auch rechtliche Rahmenbedingungen und Dokumentationsvorgaben gehören. Für Details siehe BSI-Leitfaden „IT-Forensik“.

REA.2.6 Ursachenanalyse und Behandlung

Sicherheitsvorfallsbehandlung SOLLTE eine Vorgehensweise zur Ursachenanalyse und Behandlung verankern.

Erläuterung

Um einen Vorfall vollständig beheben zu können, ist es zweckmäßig, zunächst zu analysieren, wie der Vorfall zustande kam (Root Cause Analysis): Welche Personen und Systeme sind betroffen? Welche systematischen Schwachstellen haben zu dem Vorfall geführt? Die Behebung des Vorfalls orientiert sich dann an diesen Erkenntnissen, z.B. durch Schließen der Sicherheitslücken und Wiederherstellung von Daten und Anwendungen. Je nach Vorfall kann die Behandlung durch das Schließen ausgenutzter Sicherheitslücken, einem Test anderer IT-Systeme auf vergleichbare Schwachstellen oder dem Austausch betroffener IT-Systeme, Anwendungen oder Datenbestände umgesetzt werden. Sind die Originaldaten oder -Systeme nicht mehr zu retten, so kann die Neuinstallation betroffener Systeme und die Wiederherstellung von Daten aus Backups eine Möglichkeit der Behandlung sein.

1.1 Referencer

1.2 Identificerede krav

1.3 Relaterede reguleringer

2. Identificerede krav

Krav
Kilde Krav

3. Relaterede reguleringer

Reguleringer
Kilde Regulering