In AD DS existieren verschiedene Arten von Grenzen. Diese Grenzen definieren die Gesamtstruktur (englisch Forest), die Domäne, die Standorttopologie und die Zuweisung von Rechten. Eine AD-DS-Instanz erzeugt zunächst eine Gesamtstruktur (engl. Forest) als Container auf höchster Ebene für alle Domänen dieser Instanz. Eine Gesamtstruktur kann ein oder mehrere Domänen-Containerobjekte enthalten, die über eine gemeinsame logische Struktur, einen Global Catalog, ein Schema und automatische bidirektionale, transitive Vertrauensbeziehungen verfügen. Dies bedeutet, dass zwischen Domänen innerhalb einer Gesamtstruktur sowohl das Vertrauen zueinander, also auch der Zugriff aufeinander, beidseitig möglich ist. Die Gesamtstruktur stellt also systembedingt die Sicherheitsgrenze dar, innerhalb derer Informationen standardmäßig im AD DS weitergegeben werden. Eine Domäne bildet dabei nur eine Verwaltungsgrenze. Werden Sicherheitsgrenzen nicht entlang der Gesamtstrukturgrenzen realisiert, kann eine Kompromittierung ein höheres Schadensausmaß als erwartet erzeugen, da sie zu einer Kompromittierung aller IT-Systeme in der Gesamtstruktur führen kann. Diese Gefährdung ist eine Besonderheit beim AD DS, da sich die Planung einer Partitionierung im Verzeichnisdienst produktbedingt nicht vollständig umsetzen lässt. Eine vollständige Kompromittierung einer Gesamtstruktur bedeutet, dass Angreifende Kontrolle über alle Objekte, die zu den enthaltenen Domänen gehören, also unter anderem alle Konten und alle IT-Systeme, haben. Damit haben diese potentiell auch Kontrolle über die zugehörigen IT-Systeme und Dienste.
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