+APP.2.3 OpenLDAP
---+APP.2.3.G1 Fehlende oder unzureichende Planung von OpenLDAP
---+APP.2.3.G2 Unzureichende Trennung von Offline- und Online-Zugriffen auf OpenLDAP
---+APP.2.3.A1 Planung und Auswahl von Backends und Overlays für OpenLDAP (B)
---+APP.2.3.A3 Sichere Konfiguration von OpenLDAP (B)
---+APP.2.3.A4 Konfiguration der durch OpenLDAP verwendeten Datenbank (B)
---+APP.2.3.A5 Sichere Vergabe von Zugriffsrechten auf dem OpenLDAP (B)
---+APP.2.3.A6 Sichere Authentisierung gegenüber OpenLDAP (B)
---+APP.2.3.A8 Einschränkungen von Attributen bei OpenLDAP (S)
---+APP.2.3.A9 Partitionierung und Replikation bei OpenLDAP (S)
---+APP.2.3.A10 Sichere Aktualisierung von OpenLDAP (S)
---+APP.2.3.A11 Einschränkung der OpenLDAP-Laufzeitumgebung (S)

APP.2.3 OpenLDAP

Einleitung

OpenLDAP ist ein frei verfügbarer Verzeichnisdienst, der in einem Datennetz Informationen über beliebige Objekte, beispielsweise Konten, IT-Systeme oder Konfigurationen, in einer standardisierten und definierten Art zur Verfügung stellt. Die Informationen können einfache Attribute wie die Namen oder Nummern von Objekten oder auch komplexe Formate wie Fotos oder Zertifikate für elektronische Signaturen umfassen. Typische Einsatzgebiete sind zum Beispiel Adressbücher oder Kontenverwaltungen, aber auch Konfigurationen.

OpenLDAP stellt eine Referenz-Implementierung für einen Server-Dienst im Rahmen des Lightweight Directory Access Protocols (LDAP) dar. Als Open-Source-Software kann OpenLDAP auf einer Vielzahl von Betriebssystemen installiert werden und gilt als einer der am meisten verbreiteten Verzeichnisdienste. Zur Besonderheit von OpenLDAP gehören die Overlays. Overlays erweitern den Funktionsumfang von OpenLDAP um zahlreiche Funktionen und werden auch für grundlegende Funktionen wie Protokollierung, Replikation und die Wahrung der Integrität verwendet.

Zielsetzung

Ziel dieses Bausteins ist es, auf OpenLDAP basierende Verzeichnisdienste sicher zu betreiben sowie die damit verarbeiteten Informationen geeignet zu schützen.

Abgrenzung und Modellierung

Der Baustein APP.2.3 OpenLDAP ist auf jedes OpenLDAP-Verzeichnis anzuwenden.

In diesem Baustein werden die für OpenLDAP spezifischen Gefährdungen und Anforderungen betrachtet. Dabei wird die Version 2.4 von OpenLDAP zugrunde gelegt. Allgemeine Sicherheitsempfehlungen zu Verzeichnisdiensten gibt es im Baustein APP.2.1 Allgemeiner Verzeichnisdienst. Diese müssen zusätzlich berücksichtigt werden. Die dort beschriebenen Anforderungen werden im vorliegenden Baustein konkretisiert und ergänzt.

OpenLDAP sollte grundsätzlich im Rahmen der Bausteine ORP.4 Identitäts- und Berechtigungsmanagement, OPS.1.1.3 Patch- und Änderungsmanagement, CON.3 Datensicherungskonzept, OPS.1.2.2 Archivierung, OPS.1.1.5 Protokollierung sowie OPS.1.1.2 Ordnungsgemäße IT-Administration mitberücksichtigt werden.

Wissenswertes

Für den Baustein APP.2.3 OpenLDAP sind keine weiterführenden Informationen vorhanden.

1. Übersicht

Bezeichnung Standard
APP.2.3.A1 Planung und Auswahl von Backends und Overlays für OpenLDAP (B)

Der Einsatz von OpenLDAP in einer Institution MUSS sorgfältig geplant werden. Soll OpenLDAP gemeinsam mit anderen Anwendungen verwendet werden, so MÜSSEN die Planung, Konfiguration und Installation der Anwendungen mit OpenLDAP aufeinander abgestimmt werden. Für die zur Datenhaltung verwendete Datenbank MUSS sichergestellt werden, dass die verwendete Version kompatibel ist. Backends und Overlays für OpenLDAP MÜSSEN restriktiv selektiert werden. Dazu MUSS sichergestellt werden, dass die OpenLDAP-Overlays in der korrekten Reihenfolge eingesetzt werden. Bei der Planung von OpenLDAP MÜSSEN die auszuwählenden und unterstützten Client-Anwendungen berücksichtigt werden.

APP.2.3.A3 Sichere Konfiguration von OpenLDAP (B)

Für die sichere Konfiguration von OpenLDAP MUSS der slapd-Server korrekt konfiguriert werden. Es MÜSSEN auch die verwendeten Client-Anwendungen sicher konfiguriert werden. Bei der Konfiguration von OpenLDAP MUSS darauf geachtet werden, dass im Betriebssystem die Berechtigungen korrekt gesetzt sind. Die Vorgabewerte aller relevanten Konfigurationsdirektiven von OpenLDAP MÜSSEN geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Backends und Overlays von OpenLDAP MÜSSEN in die Konfiguration einbezogen werden. Für die Suche innerhalb von OpenLDAP MÜSSEN angemessene Zeit- und Größenbeschränkungen festgelegt werden. Die Konfiguration am slapd-Server MUSS nach jeder Änderung geprüft werden.

APP.2.3.A4 Konfiguration der durch OpenLDAP verwendeten Datenbank (B)

Die Zugriffsrechte für neu angelegte Datenbankdateien MÜSSEN auf die Kennung beschränkt werden, in deren Kontext der slapd-Server betrieben wird. Die Standard-Einstellungen der von OpenLDAP genutzten Datenbank MÜSSEN angepasst werden.

APP.2.3.A5 Sichere Vergabe von Zugriffsrechten auf dem OpenLDAP (B)

Die in OpenLDAP geführten globalen und datenbankspezifischen Zugriffskontrolllisten (Access Control Lists) MÜSSEN beim Einsatz von OpenLDAP korrekt berücksichtigt werden. Datenbank-Direktiven MÜSSEN Vorrang vor globalen Direktiven haben.

APP.2.3.A6 Sichere Authentisierung gegenüber OpenLDAP (B)

Wenn der Verzeichnisdienst zwischen verschiedenen Benutzenden unterscheiden soll, MÜSSEN sich diese geeignet authentisieren. Die Authentisierung zwischen dem slapd-Server und den Kommunikationsbeteiligten MUSS verschlüsselt werden. Es SOLLTEN NUR die Hashwerte von Passwörtern auf den Clients und Servern abgespeichert werden. Es MUSS ein geeigneter Hashing-Algorithmus verwendet werden.

APP.2.3.A8 Einschränkungen von Attributen bei OpenLDAP (S)

Anhand von Overlays SOLLTEN die Attribute in OpenLDAP eingeschränkt werden. OpenLDAP SOLLTE so angepasst werden, dass Werte im Verzeichnisdienst nur einem bestimmten regulären Ausdruck entsprechen. Zudem SOLLTE mit Hilfe von Overlays sichergestellt werden, das ausgesuchte Werte nur einmal im Verzeichnisbaum vorhanden sind. Solche Restriktionen SOLLTEN ausschließlich auf Daten von Nutzenden angewendet werden.

APP.2.3.A9 Partitionierung und Replikation bei OpenLDAP (S)

Bei einer Partitionierung oder Replikation von OpenLDAP SOLLTE die Aufteilung geeignet für die Sicherheitsziele ausgewählt werden. Dabei SOLLTEN Veränderungen an den Daten durch Replikation zwischen den Servern ausgetauscht werden. Ein Replikationsmodus SOLLTE in Abhängigkeit von Netzverbindungen und Verfügbarkeitsanforderungen gewählt werden.

APP.2.3.A10 Sichere Aktualisierung von OpenLDAP (S)

Bei Updates SOLLTE darauf geachtet werden, ob die Änderungen eingesetzte Backends oder Overlays sowie Softwareabhängigkeiten betreffen. Beim Update auf neue Releases SOLLTE geprüft werden, ob die verwendeten Overlays und Backends in der neuen Version weiterhin zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall, SOLLTEN geeignete Migrationspfade ausgewählt werden.

Setzen Administrierende eigene Skripte ein, SOLLTEN sie daraufhin überprüft werden, ob sie mit der aktualisierten Version von OpenLDAP problemlos zusammenarbeiten. Die Konfiguration und die Zugriffsrechte SOLLTEN nach einer Aktualisierung sorgfältig geprüft werden.

APP.2.3.A11 Einschränkung der OpenLDAP-Laufzeitumgebung (S)

Die Laufzeitumgebung des slapd-Servers SOLLTE, möglichst mit Mitteln des Betriebssystems, auf die minimal benötigten Dateien, Verzeichnisse und vom Betriebssystem bereitgestellten Funktionen eingeschränkt werden. Werden hierfür Containerisierungstechniken eingesetzt, SOLLTEN diese unter Berücksichtigung von SYS.1.6 Containerisierung genutzt werden. Wird der slapd-Server als exklusiver Dienst auf einem dedizierten Server betrieben, SOLLTE dieser ausreichend gehärtet sein.

1.1 Referenzen

1.2 Identifizierte Anforderungen

1.3 Zugehörige Regulierungen

2. Identifizierte Anforderungen

Anforderungen
Quelle Anforderung

3. Zugehörige Regulierungen

Regulierungen
Quelle Regulierung

Verknüpfte Vorgänge