+SYS.1.2.2 Windows Server 2012
---+SYS.1.2.2.G1 Unzureichende Planung von Windows Server 2012
---+SYS.1.2.2.G2 Unbedachte Cloud-Nutzung
---+SYS.1.2.2.G3 Fehlerhafte Administration von Windows-Servern
---+SYS.1.2.2.G4 Unsachgemäßer Einsatz von Gruppenrichtlinien (GPOs)
---+SYS.1.2.2.G5 Integritätsverlust schützenswerter Informationen oder Prozesse
---+SYS.1.2.2.G6 Unberechtigtes Erlangen oder Missbrauch von Administrationsrechten
---+SYS.1.2.2.G7 Kompromittierung von Fernzugängen
---+SYS.1.2.2.A1 Planung von Windows Server 2012 (B)
---+SYS.1.2.2.A2 Sichere Installation von Windows Server 2012 (B)
---+SYS.1.2.2.A3 Sichere Administration von Windows Server 2012 (B)
---+SYS.1.2.2.A4 Sichere Konfiguration von Windows Server 2012 (S)
---+SYS.1.2.2.A5 Schutz vor Schadsoftware auf Windows Server 2012 (S)
---+SYS.1.2.2.A6 Sichere Authentisierung und Autorisierung in Windows Server 2012 (S)
---+SYS.1.2.2.A8 Schutz der Systemintegrität (S)
---+SYS.1.2.2.A11 Angriffserkennung bei Windows Server 2012 (H)
---+SYS.1.2.2.A12 Redundanz und Hochverfügbarkeit bei Windows Server 2012 (H)
---+SYS.1.2.2.A14 Herunterfahren verschlüsselter Server und virtueller Maschinen (H)

SYS.1.2.2 Windows Server 2012

Einleitung

Mit Windows Server 2012 hat Microsoft im September 2012 ein Betriebssystem für Server auf den Markt gebracht, das diverse Verbesserungen der Sicherheit gegenüber bisherigen Windows-Versionen, insbesondere auch gegenüber dem Vorgänger Windows Server 2008 R2, mitbringt. Technisch wird dabei nicht auf Windows Server 2008 R2 aufgebaut, sondern auf der Codebasis des Client-Betriebssystems Windows 8. Mit dem Release Windows Server 2012 R2 im Oktober 2013 wurde das Betriebssystem nochmals aktualisiert und erweitert, um es zum Server-Äquivalent zu Windows 8.1 auf der Clientseite zu machen.

Dieser Baustein beschäftigt sich mit der Absicherung von Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 gleichermaßen. Wenn beide Versionen gemeint sind, wird die einheitliche Schreibweise „Windows Server 2012“ verwendet. Unterschiede in der Version R2 werden gesondert erwähnt. Das Ablaufdatum für den Mainstream Support bzw. den Extended Support („End-of-Life“, EOL) ist für beide Betriebssysteme der 09.10.2018 bzw. der 10.10.2023.

Zielsetzung

Das Ziel dieses Bausteins ist der Schutz von Informationen und Prozessen, die durch Server-Systeme auf Basis von Windows Server 2012 im Regelbetrieb verarbeitet bzw. gesteuert werden.

Abgrenzung und Modellierung

Der Baustein SYS.1.2.2 Windows Server 2012 ist für alle Server-Systeme anzuwenden, auf denen das Betriebssystem Microsoft Windows Server 2012 eingesetzt wird. Für neuere Versionen von Windows Server gibt es den Baustein SYS.1.2.3 Windows Server.

Dieser Baustein konkretisiert und ergänzt die Aspekte, die im Bausteinen SYS.1.1 Allgemeiner Server behandelt werden, um Besonderheiten von Windows Server 2012. Dementsprechend sind die beiden Bausteine immer gemeinsam anzuwenden.

Im Rahmen dieses Bausteins wird von einer Standardeinbindung in eine Active-Directory-Domäne ausgegangen, wie sie in Institutionen üblich ist. Besonderheiten von Stand-alone-Systemen werden nur punktuell dort erwähnt, wo die Unterschiede besonders relevant erscheinen. Anforderungen zum Thema Active Directory sind Bestandteil des Bausteins APP.2.2 Active Directory Domain Services.

Sicherheitsanforderungen möglicher Serverrollen und -funktionen wie Fileserver (APP.3.3 Fileserver), Webserver (APP.3.2 Webserver) oder Microsoft Exchange und Outlook (APP.5.2 Microsoft Exchange und Outlook) sind Gegenstand eigener Bausteine, genauso wie das Thema Virtualisierung (SYS.1.5 Virtualisierung). In diesem Baustein geht es um die grundlegende Absicherung auf Betriebssystemebene mit bordeigenen Mitteln, unabhängig vom Einsatzzweck des Servers.

Wissenswertes

Der Hersteller Microsoft stellt unter anderem folgende weiterführende Informationen zu Windows Server 2012 bereit:

Das Information Security Forum (ISF) macht in seinem Standard „The Standard of Good Practice for Information Security“, insbesondere in Area SY1.2 Server Configuration, Vorgaben für den Einsatz von Servern.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) stellt das Dokument ,,Guide to General Server Security: NIST Special Publication 800-123“, Juli 2008 zur Verfügung.

1. Übersicht

Bezeichnung Standard
SYS.1.2.2.A1 Planung von Windows Server 2012 (B)

Der Einsatz von Windows Server 2012 MUSS vor der Installation sorgfältig geplant werden. Die Anforderungen an die Hardware MÜSSEN vor der Beschaffung geprüft werden. Es MUSS eine begründete und dokumentierte Entscheidung für eine geeignete Edition des Windows Server 2012 getroffen werden. Der Einsatzzweck des Servers sowie die Einbindung ins Active Directory MÜSSEN dabei spezifiziert werden. Die Nutzung von ins Betriebssystem integrierten Cloud-Diensten MUSS grundsätzlich abgewogen und geplant werden. Wenn nicht benötigt, MUSS die Einrichtung von Microsoft-Konten auf dem Server blockiert werden.

SYS.1.2.2.A2 Sichere Installation von Windows Server 2012 (B)

Es DÜRFEN KEINE anderen als die benötigten Serverrollen und Features bzw. Funktionen installiert werden. Wenn es vom Funktionsumfang her ausreichend ist, MUSS die Server-Core-Variante installiert werden. Andernfalls MUSS begründet werden, warum die Server-Core-Variante nicht genügt. Der Server MUSS bereits während der Installation auf einen aktuellen Patch-Stand gebracht werden.

SYS.1.2.2.A3 Sichere Administration von Windows Server 2012 (B)

Alle Administrierenden, die für das Server-System zuständig sind, MÜSSEN in den sicherheitsrelevanten Aspekten der Administration von Windows Server 2012 geschult sein. Webbrowser auf dem Server DÜRFEN NICHT zum Surfen im Web verwendet werden.

SYS.1.2.2.A4 Sichere Konfiguration von Windows Server 2012 (S)

Mehrere wesentliche Funktionen bzw. Rollen SOLLTEN NICHT durch einen einzigen Server erfüllt, sondern geeignet aufgeteilt werden. Vor Inbetriebnahme SOLLTE das System grundlegend gehärtet werden. Dafür SOLLTEN funktionsspezifische und institutionsweite Sicherheitsvorlagen erstellt und gepflegt werden, die auf die Server ausgerollt werden. Der Internet Explorer SOLLTE auf dem Server nur in der Enhanced Security Configuration und im Enhanced Protected Mode genutzt werden.

SYS.1.2.2.A5 Schutz vor Schadsoftware auf Windows Server 2012 (S)

Außer bei IT-Systemen mit Windows Server 2012, die als Stand-alone-Gerät ohne Netzanschluss und Wechselmedien betrieben werden, SOLLTE vor dem ersten Verbinden mit dem Netz oder Wechselmedien ein Virenschutzprogramm installiert werden. Im Konzept zum Schutz vor Schadsoftware SOLLTE vorgesehen werden, dass regelmäßig alle Festplatten vollständig gescannt werden. Es SOLLTEN Alarme für Virenfunde konfiguriert sein.

SYS.1.2.2.A6 Sichere Authentisierung und Autorisierung in Windows Server 2012 (S)

In Windows Server 2012 R2 SOLLTEN alle Konten von Benutzenden Mitglied der Sicherheitsgruppe „Geschützte Nutzer“ sein. Konten für Dienste und Computer SOLLTEN NICHT Mitglied von „Geschützte Nutzer“ sein. Dienste-Konten in Windows Server 2012 SOLLTEN Mitglied der Gruppe „Managed Service Account“ sein. Der PPL-Schutz des Local Credential Store LSA SOLLTE aktiviert werden. Der Einsatz dynamischer Zugriffsregeln auf Ressourcen SOLLTE bevorzugt werden.

SYS.1.2.2.A8 Schutz der Systemintegrität (S)

AppLocker SOLLTE aktiviert und möglichst strikt konfiguriert sein.

SYS.1.2.2.A11 Angriffserkennung bei Windows Server 2012 (H)

Sicherheitsrelevante Ereignisse in Windows Server 2012 SOLLTEN an einem zentralen Punkt gesammelt und ausgewertet werden. Verschlüsselte Partitionen SOLLTEN nach einer definierten Anzahl von Entschlüsselungsversuchen gesperrt werden.

SYS.1.2.2.A12 Redundanz und Hochverfügbarkeit bei Windows Server 2012 (H)

Es SOLLTE geprüft werden, welche Verfügbarkeitsanforderungen durch Betriebssystemfunktionen wie Distributed File System (DFS), ReFS, Failover Cluster und Network Load Balancing bzw. NIC-Teaming (LBFO) erfüllt oder unterstützt werden können. Für Außenstellen SOLLTE BranchCache aktiviert werden.

SYS.1.2.2.A14 Herunterfahren verschlüsselter Server und virtueller Maschinen (H)

Um verschlüsselte Daten zu schützen, SOLLTEN nicht benötigte Server (inklusive virtuelle Maschinen) immer heruntergefahren werden. Dies SOLLTE möglichst automatisiert erfolgen. Die Entschlüsselung der Daten SOLLTE einen interaktiven Schritt erfordern oder zumindest im Sicherheitsprotokoll festgehalten werden.

1.1 Referenzen

1.2 Identifizierte Anforderungen

1.3 Zugehörige Regulierungen

2. Identifizierte Anforderungen

Anforderungen
Quelle Anforderung

3. Zugehörige Regulierungen

Regulierungen
Quelle Regulierung

Verknüpfte Vorgänge