+PERS.5 Personalbetreuung
---+PERS.5.1 Maßregelung
---+PERS.5.2 Innentäter
---+PERS.5.3 Vertrauens-Check sicherheitskritischer Rollen

PERS.5 Personalbetreuung

1. Übersicht

Bezeichnung Standard
PERS.5.1 Maßregelung

Personal SOLLTE ein Verfahren zur Maßregelung verankern.

Erläuterung

Legen Sie fest unter welchen Voraussetzungen (z.B. Benennung konkreter Pflicht, Nachweis des Verstoßes) welche Maßregelungsmaßnahmen zu ergreifen sind, wenn Mitarbeitende gegen Anweisungen zur Informationssicherheit verstoßen. Maßnahmen können von Mitarbeitergesprächen über der Entzug der Berechtigung zum Zugriff auf vertrauliche Daten bis hin zu Abmahnungen oder Kündigungen reichen. Für arbeitsrechtliche Maßnahmen gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Verbot der Maßregelung bei zulässiger Rechtsausübung. Aufgrund des engen Bezugs zum Arbeitsrecht ist im Zweifel eine Rechtsberatung empfehlenswert.

PERS.5.2 Innentäter

Personal SOLLTE ein interdisziplinäres Verfahren zum Umgang mit potenziellen Innentätern verankern.

Erläuterung

Ein interdisziplinäres Verfahren zum Umgang mit potenziellen Innentätern integriert technische Aspekte und organisatorische Aspekte um zielgerichtete Verstöße durch Innentäter so früh wie möglich aufzuspüren und umfassend zu behandeln. Hierzu können beispielsweise die Analyse von Protokollen sowie der Einsatz technischer Detektionssysteme zur Identifikation unerlaubter Nutzung herangezogen werden. Ergänzend dazu dienen organisatorische Meldewege dazu, frühzeitig auf Anzeichen einer länger andauernden systemischen Unzufriedenheit bei Mitarbeitenden reagieren zu können. Maßnahmen bei Aufdeckung können von Mitarbeitergesprächen über den Entzug der Berechtigung zum Zugriff auf vertrauliche Daten bis hin zu Abmahnungen oder Kündigungen reichen. Berücksichtigen Sie bei der Festlegung die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeitenden, insbesondere hinsichtlich Arbeitsüberwachung. Aufgrund des engen Bezugs zum Arbeitsrecht ist im Zweifel eine Rechtsberatung empfehlenswert.

PERS.5.3 Vertrauens-Check sicherheitskritischer Rollen

Personal SOLLTE die Vertrauenswürdigkeit für [definierte sicherheitskritische Rollen] [regelmäßig] und anlassbezogen überprüfen.

Erläuterung

Die Vertrauenswürdigkeit bezeichnet im hier relevanten Kontext die Eignung und persönliche Integrität von Personen, die in besonders sicherheitskritischen Rollen tätig sind – also Funktionen mit erweiterten Zugriffsrechten, administrativen Befugnissen oder Zugang zu sensiblen Informationen und Systemen. Sicherheitskritische Rollen können beispielsweise Systemadministratoren, Personal mit privilegierten Rechten in Cloud-Diensten oder Mitarbeitende im Finanz- und Abrechnungswesen sein. Regelmäßig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Überprüfung nicht nur einmalig bei Einstellung, sondern in sinnvollen zeitlichen Abständen erfolgen kann – etwa alle zwei bis drei Jahre oder anlassbezogen, zum Beispiel bei Beförderungen oder einem Wechsel in eine sicherheitsrelevante Funktion. Der Sinn dieser Anforderung liegt darin, Risiken wie Insider-Bedrohungen, Manipulationen oder unbefugte Informationsweitergabe frühzeitig zu reduzieren. So könnte ein Mitarbeiter mit verschuldeten privaten Verhältnissen erpressbar werden und vertrauliche Daten weitergeben, wohingegen eine erneute Vertrauensprüfung kann frühzeitig auffällige Entwicklungen sichtbar machen und das Sicherheitsniveau stabilisieren. Eine Umsetzung kann durch verschiedene Maßnahmen erfolgen, die sowohl technische als auch prozessuale Ansätze kombinieren. Institutionen können beispielsweise (1) Selbstauskünfte oder aktuelle Führungszeugnisse anfordern, (2) regelmäßige Abgleiche mit internen HR-Daten wie Abmahnungen oder Compliance-Verstößen durchführen und (3) strukturierte Interviews oder Fragebögen einsetzen, die Veränderungen in der Lebenssituation mit Relevanz für die Vertrauenswürdigkeit adressieren. Ergänzend kann eine technische Unterstützung durch revisionssichere Dokumentation in HR-Systemen erfolgen, sodass jede Überprüfung nachvollziehbar bleibt. Ein pragmatischer Tipp ist es, Überprüfungen an ohnehin bestehende HR-Prozesse – etwa jährliche Mitarbeitergespräche oder Rezertifizierungen von Zugriffsrechten – anzubinden, um sie effizient und konsistent in den Betriebsablauf zu integrieren. Auf diese Weise kann die Institution die Anforderung praxisnah erfüllen und gleichzeitig den administrativen Aufwand geringhalten.

1.1 Referenzen

1.2 Identifizierte Anforderungen

1.3 Zugehörige Regulierungen

2. Identifizierte Anforderungen

Anforderungen
Quelle Anforderung

3. Zugehörige Regulierungen

Regulierungen
Quelle Regulierung