+ARCH.4 Zugangsbeschränkungen
---+ARCH.4.1 Netzzugangskontrolle
------+ARCH.4.1.1 Dynamische Netzzugangskontrolle
------+ARCH.4.1.2 Quarantäne
---+ARCH.4.2 Autorisiertes Routing
---+ARCH.4.3 Authentifizierung von Routingprotokollen
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ARCH.4 Zugangsbeschränkungen
1. Übersicht
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Standard |
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ARCH.4.1 Netzzugangskontrolle
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Architektur für Interne Netzsegmente SOLLTE den Zugriff von IT-Systemen auf das Netzsegment im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements authentifizieren. Erläuterung Unautorisierte Systeme könnten Ausgangspunkt von Angriffen sein oder zu unbeabsichtigten Störungen im Netz führen. Netzwerkzugangskontrolle (Network Access Control, NAC) bietet eine wirksame Möglichkeit, den Zugriff auf Netzwerke kontrolliert zu steuern, insbesondere in schützenswerten Bereichen wie Management-Netzen, Produktionssystemen oder Forschungsumgebungen. Die Auswahl der Netzbereiche für die Netzzugangskontrolle richtet sich nach dem Schutzbedarf oder Risikoprofil. Dabei empfiehlt sich zu dokumentieren, welche Zonen mit NAC abgesichert werden und warum andere bewusst nicht berücksichtigt werden (z.B. aufgrund technischer Einschränkungen oder fehlender Relevanz). Die Umsetzung kann (1) auf Zertifikaten basieren (X.509, EAP‑TLS or mTLS), (2) auf Zugangskonten basieren (IEEE 802.1X, RADIUS), (3) auf dynamischen Prüfungen basieren (z.B. Sicherheitspatches). Eine Authentifizierung, die nur auf MAC-Adressen basiert, gilt dagegen nicht mehr als zeitgemäß, da MAC-Adressen sehr leicht ausgelesen und auf Systemen eingestellt werden könnten und so unberechtigte IT-Systeme zu leicht auch Zugang erhalten. Wenn Systeme die Netzzugangskontrolle nicht oder nur unzureichend unterstützen, ist für solche Systeme anstelle einer Netzzugangskontrolle die Nutzung eines eigenen Netzsegmentes empfehlenswert. Für die Verbindung zwischen RADIUS-Servern, Switches und Verzeichnisdiensten kommen Protokolle wie RadSec, IPsec oder LDAPS in Betracht. Die Verwendung nur einer einzigen Serverkonfigurationen (z.B. ein gemeinsamer RADIUS-Server für NAC und VPN) führt zu Komplexität und Angriffspunkten. Daher werden getrennte Systeme empfohlen. Dies gilt insbesondere bei unterschiedlichen Schutzklassen im LAN/WLAN oder Büro-/Produktionsnetz. Bei WLANs kann die Umsetzung in größeren Umgebungen mittels 802.1X (WPA3-Enterprise) und an kleineren Zugangspunkten oder Gastnetzen durch SAE (WPA3-Personal) erfolgen. Da es sich um eine automatisierte Sicherheitsrichtlinie handelt, ist hier auch die Anforderung zur Überwachung solcher Richtlinien anwendbar. Überwachungskriterien sind hier z.B. die Erreichbarkeit des RADIUS-Servers, die Antwortzeiten, die Last auf Access-Switches und andere Metriken. Für die Überwachung der Integrität ist insbesondere die Authentifizierung oder deren Fehlschlag relevant, z.B. viele abgelehnte Authentisierungen, plötzliche Deaktivierung eines Supplicants. Durch synthetische Anfragen an Testkonten kann die gesamte Authentisierungskette regelmäßig geprüft werden. Die Formulierung "im Einklang mit den Festlegungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements" bedeutet, dass die Authentifizierung so erfolgt, wie in der Praktik IDM festgelegt. Hierzu gehört insbesondere die Verwendung aktueller kryptographischer Verfahren, wie sie im Thema Kryptographie zu finden ist.
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ARCH.4.2 Autorisiertes Routing
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Architektur für Netze SOLLTE Routing-Verbindungen durch [eine zuständige Person oder Rolle] autorisieren. Erläuterung Dient der Kontrolle von Netzarchitekturen, um unbeabsichtigte oder böswillige Änderungen zu verhindern. Ohne eine solche Freigabe könnte ein Angreifer durch unbemerkte Manipulation von Routing-Einträgen den Datenverkehr umleiten, abhören oder blockieren; auch ein ungeschulter Administrator könnte versehentlich falsche Routen konfigurieren, wodurch kritische Dienste ausfallen könnten. Die Autorisierung kann sicherstellen, dass jede Änderung nachvollziehbar geprüft, dokumentiert und nur nach sachgerechter Bewertung umgesetzt wird, wodurch die Integrität und Verfügbarkeit der Netze erhöht werden kann. Im konkreten Kontext bedeutet „Routing-Verbindungen“ die Konfiguration von Pfaden, über die Datenpakete zwischen Netzsegmenten oder über Gateways weitergeleitet werden. „Autorisieren“ bedeutet hier die formale Freigabe nach einer sachlichen und fachlichen Prüfung, typischerweise durch Rollen wie (1) Netzwerkarchitekt, (2) IT-Sicherheitsbeauftragter oder (3) Leiter IT-Betrieb. Eine Institution kann dies umsetzen, indem sie (1) eine dokumentierte Freigabeprozedur für alle Routing-Änderungen etabliert, (2) Änderungen technisch über ein Ticket- oder Change-Management-System prüfen und protokollieren lässt, (3) rollenbasierte Zugriffsrechte in Routern und Firewalls so einschränken kann, dass nur autorisierte Personen Konfigurationsänderungen durchführen, und (4) automatisierte Plausibilitätsprüfungen oder Peer-Reviews nutzen kann, um fehlerhafte oder unsichere Routen frühzeitig zu erkennen. Die Autorisierung kann entweder einzelne Routen (z.B. für Netz A zwischen Router B und C), als auch bestimmte Routing-Regeln (z.B. Default-Routing über die zentrale Firewall) autorisieren. Sinnvoll ist es dabei das Prinzip "so allgemein wie für den Betrieb nötig, so spezifisch wie für die Sicherheit möglich" als Faustregel anzuwenden. Bei der Verwendung dynamischer Routing-Algorithmen kann die Anforderung umgesetzt werden, indem eingeschränkte Bereiche freigegeben werden, z.B. "dynamisches Routing im Bereich 10.x.x.x)".
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ARCH.4.3 Authentifizierung von Routingprotokollen
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Architektur für Netze SOLLTE Änderungen an Routing-Tabellen im Einklang mit den zugehörigen Anforderungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements authentifizieren. Erläuterung Hierzu zählt z.B. die Authentifizierung von BGP/OSPF-Sitzungen zur Verhinderung von Route Hijacking, BGP origin validation with RPKI oder OSPF/ISIS/BGP MD5 or TTL+hMAC authentication. Die Formulierung "im Einklang mit den Festlegungen des Identitäts- und Berechtigungsmanagements" bedeutet, dass die Authentifizierung so erfolgt, wie in der Praktik IDM festgelegt. Hierzu gehört insbesondere die Verwendung aktueller kryptographischer Verfahren, wie sie im Thema Kryptographie zu finden ist.
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1.1 Referenzen
1.2 Identifizierte Anforderungen
1.3 Zugehörige Regulierungen
2. Identifizierte Anforderungen
Anforderungen
| Quelle |
Anforderung |
3. Zugehörige Regulierungen
Regulierungen
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Regulierung |
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