OpenLDAP kann in Verbindung mit zahlreichen anderen Anwendungen genutzt werden. Diese Anwendungen können auf die Informationen des Verzeichnisdienstes zugreifen und diese in der Regel auch ändern. Wird der Einsatz von OpenLDAP nicht oder unzureichend geplant, können folgende Probleme auftreten:
- Werden die Backends und die zugehörigen Direktiven und Parameter falsch ausgewählt, beeinflussen diese ungewollt die Funktionen, die OpenLDAP anbieten kann. Wird beispielsweise das Backend „back-ldif“ zur Datenspeicherung verwendet, um die Installation einer zusätzlichen Datenbank zu umgehen, stehen nur rudimentäre Funktionen des Verzeichnisdienstes zur Verfügung. Eine große Menge von Benutzenden oder anderen Objekten kann dann nicht geeignet verwaltet werden.
- Wenn der Einsatz von Overlays mangelhaft geplant wird, können in OpenLDAP nicht benötigte Operationen ausgeführt oder sonstige Funktionen beeinträchtigt werden. Beispielsweise werden Zugriffe auf den Verzeichnisdienst nicht oder falsch protokolliert, wenn die Debug-Funktion des slapd-Servers selbst und die Overlays „auditlog“ und „accesslog“ unzureichend geplant werden.
- OpenLDAP kann in einer ungeeigneten Systemumgebung ausgeführt werden. Wird ein verteiltes Dateisystem wie Network File System (NFS) verwendet, um die OpenLDAP-Daten abzuspeichern, könnten Dateifunktionen von OpenLDAP nicht verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist die von vielen Datenbanken verwendete Locking-Funktion, die es ermöglicht, die Datenbank des Verzeichnisdienstes zu sperren, wenn mehrere Benutzende parallel schreibend auf die Datenbank zugreifen möchten.
- Es könnten inkompatible Versionen einer oder mehrerer Anwendungen auf die von OpenLDAP verwendeten Datenbanken zugreifen. Beispielsweise werden die Spezifikationen des Protokolls LDAPv3 nicht von OpenLDAP ohne zusätzliche Erweiterungen erfüllt. Zudem können auch Verbindungsprobleme mit den Anwendungen entstehen, wenn die falsche Version eines oder mehrerer Programme eingesetzt wird, die mit OpenLDAP nicht kompatibel sind.
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