+SYS.1.2.3 Windows Server
---+SYS.1.2.3.G1 Unbedachte Cloud-Nutzung
---+SYS.1.2.3.G2 Kompromittierung von Fernzugängen
---+SYS.1.2.3.G3 Telemetrie von Windows Server
---+SYS.1.2.3.G4 Eingeschränkte Forensik bei der Nutzung des Virtual Secure Mode (VSM)
---+SYS.1.2.3.A1 Planung von Windows Server (B)
---+SYS.1.2.3.A2 Sichere Installation von Windows Server (B)
---+SYS.1.2.3.A3 Telemetrie- und Nutzungsdaten unter Windows Server (B)
---+SYS.1.2.3.A4 Schutz vor Ausnutzung von Schwachstellen in Anwendungen (S)
---+SYS.1.2.3.A5 Sichere Authentisierung und Autorisierung in Windows Server (S)
---+SYS.1.2.3.A6 Sicherheit beim Fernzugriff über RDP (S)
---+SYS.1.2.3.A7 Verwendung der Windows PowerShell (H)
---+SYS.1.2.3.A8 Nutzung des Virtual Secure Mode (VSM) (H)

SYS.1.2.3 Windows Server

Einleitung

Mit Windows Server bietet Microsoft ein Betriebssystem für Server an. Bei den Hauptversionen 2016, 2019 und 2022 von Windows Server handelt es sich um sogenannte Langzeit-Versionen (Long-Term Servicing Channel, LTSC), die jeweils auf der Codebasis des Client-Betriebssystems Windows 10 basieren. Wie bei Windows 10 liefert Microsoft auch mit Windows Server zunehmend cloudbasierte Funktionen und Anwendungen sowie Schnittstellen zur Microsoft Azure Cloud-Plattform mit aus.

Zielsetzung

Das Ziel dieses Bausteins ist der Schutz von Informationen, die durch Server-Systeme auf Basis von Windows Server 2016, 2019 und 2022 im Regelbetrieb verarbeitet, gespeichert und darüber übertragen werden.

Abgrenzung und Modellierung

Der Baustein SYS.1.2.3 Windows Server ist auf alle Server-Systeme anzuwenden, auf denen das Betriebssystem Microsoft Windows Server in den Versionen 2016, 2019 oder 2022 eingesetzt wird. Für Windows Server 2012 ist stattdessen der Baustein SYS.1.2.2 Windows Server 2012 zu modellieren.

Dieser Baustein konkretisiert und ergänzt die plattformunabhängigen Sicherheitsaspekte für Server, die im Bausteinen SYS.1.1 Allgemeiner Server behandelt werden, um Besonderheiten von Windows Server in den genannten Versionen. Dementsprechend sind die beiden Bausteine immer gemeinsam anzuwenden.

In diesem Baustein geht es um die grundlegende Absicherung auf Betriebssystemebene mit bordeigenen Mitteln, unabhängig vom Einsatzzweck des Servers. Sicherheitsanforderungen möglicher Serverrollen und -funktionen wie beispielsweise Fileserver (APP.3.3 Fileserver) oder Webserver (APP.3.2 Webserver) sind Gegenstand eigener Bausteine, genauso wie das Thema Virtualisierung (SYS.1.5 Virtualisierung).

Darüber hinaus sind im Funktionsumfang einiger Betriebssystemvarianten auch weitere Anwendungen vorinstalliert, wie etwa der Microsoft Internet Explorer als Browser. Für diese Anwendungen sind die entsprechenden Bausteine zu modellieren.

Im Rahmen dieses Bausteins wird von einer Aufnahme als „Member Server“ in eine Active-Directory-Domäne ausgegangen, wie sie in Institutionen üblich ist. Besonderheiten von Stand-alone-Systemen werden nur punktuell dort erwähnt, wo die Unterschiede besonders relevant erscheinen. Anforderungen zum Thema Active Directory sind Bestandteil des Bausteins APP.2.2 Active Directory Domain Services. Für die Nutzung der teils mitgelieferten Funktionen und Anwendungen von Cloud-Diensten sowie Schnittstellen zwischen der Microsoft Azure Cloud-Plattform und Windows Server muss der Baustein OPS.2.2 Cloud-Nutzung angewendet werden, in dem auch Gefährdungen und generelle Anforderungen bei der Cloud-Nutzung behandelt werden.

Wissenswertes

Der Hersteller Microsoft stellt unter anderem folgende weiterführende Informationen zu Windows Server bereit:

Das Information Security Forum (ISF) macht in seinem Standard „The Standard of Good Practice for Information Security“, insbesondere in Area SY1.2 Server Configuration, Vorgaben für den Einsatz von Servern.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) stellt das Dokument ,,Guide to General Server Security: NIST Special Publication 800-123“, Juli 2008 zur Verfügung.

Das BSI stellt im Rahmen der Studie zu Systemaufbau, Protokollierung, Härtung und Sicherheitsfunktionen in Windows 10 (SiSyPHuS Win10), Empfehlungen zur sicheren Konfiguration und Deaktivierung von Telemetrie zur Verfügung, die auch auf Windows Server zutreffen: https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Publikationen/Studien/SiSyPHuS_Win10/AP4/SiSyPHuS_AP4_node.html

1. Panoramica

Titolo Standard
SYS.1.2.3.A1 Planung von Windows Server (B)

Es MUSS eine begründete und dokumentierte Entscheidung für eine geeignete Edition von Windows Server getroffen werden. Der Einsatzzweck des Servers sowie die Einbindung ins Active Directory MÜSSEN dabei spezifiziert werden. Die Nutzung von mitgelieferten Cloud-Diensten im Betriebssystem MUSS grundsätzlich abgewogen und gründlich geplant werden. Wenn nicht benötigt, MUSS die Einrichtung von Microsoft-Konten auf dem Server blockiert werden.

SYS.1.2.3.A2 Sichere Installation von Windows Server (B)

Wenn vom Funktionsumfang her ausreichend, MUSS die Server-Core-Variante installiert werden. Andernfalls MUSS begründet werden, warum die Server-Core-Variante nicht genügt.

SYS.1.2.3.A3 Telemetrie- und Nutzungsdaten unter Windows Server (B)

Um die Übertragung von Diagnose- und Nutzungsdaten an Microsoft stark zu reduzieren, MUSS das Telemetrie-Level 0 (Security) auf dem Windows Server konfiguriert werden. Wenn diese Einstellung nicht wirksam umgesetzt wird, dann MUSS durch geeignete Maßnahmen, etwa auf Netzebene, sichergestellt werden, dass die Daten nicht an den Hersteller übertragen werden.

SYS.1.2.3.A4 Schutz vor Ausnutzung von Schwachstellen in Anwendungen (S)

Maßnahmen zum Schutz vor Exploits SOLLTEN für alle Programme und Dienste aktiviert werden, die den Exploit-Schutz von Windows (vgl. Verweis in Kapitel 4.1 Wissenswertes) unterstützen.

SYS.1.2.3.A5 Sichere Authentisierung und Autorisierung in Windows Server (S)

In Windows Server SOLLTEN alle Konten von Benutzenden Mitglied der Sicherheitsgruppe „Protected Users“ sein. Konten für Dienste und Computer SOLLTEN NICHT Mitglied von „Protected Users“ sein. Dienste-Konten in Windows Server SOLLTEN Mitglied der Gruppe „Managed Service Account“ sein.

SYS.1.2.3.A6 Sicherheit beim Fernzugriff über RDP (S)

Die Auswirkungen auf die Konfiguration der lokalen Firewall SOLLTEN bei der Planung des Fernzugriffs berücksichtigt werden. Die Gruppe der Berechtigten und IT-Systeme für den Remote-Desktopzugriff (RDP) SOLLTE durch die Zuweisung entsprechender Berechtigungen festgelegt werden. Es SOLLTEN Mechanismen des Betriebssystems berücksichtigt werden, um die übertragenen Anmeldeinformationen zu schützen (z. B. Remote Credential Guard oder RestrictedAdmin). In komplexen Infrastrukturen SOLLTE das RDP-Zielsystem nur durch ein dazwischengeschaltetes RDP-Gateway erreicht werden können. Für die Verwendung von RDP SOLLTE eine Prüfung und deren Umsetzung sicherstellen, dass die nachfolgend aufgeführten Komfortfunktionen im Einklang mit dem Schutzbedarf des Zielsystems stehen:

  • die Verwendung der Zwischenablage,
  • die Einbindung von Wechselmedien und Netzlaufwerken sowie
  • die Nutzung der Dateiablagen, von weiteren Geräten und Ressourcen, wie z. B. Smartcard-Lesegeräten.

Die eingesetzten kryptografischen Protokolle und Algorithmen SOLLTEN den internen Vorgaben der Institution entsprechen.

Sofern der Einsatz von Remote-Desktopzugriffen nicht vorgesehen ist, SOLLTEN diese vollständig deaktiviert werden.

SYS.1.2.3.A7 Verwendung der Windows PowerShell (H)

Die PowerShell-Ausführung SOLLTE zentral protokolliert werden. Die erzeugten Protokolle SOLLTEN geeignet überwacht werden. Die Ausführung von PowerShell-Skripten SOLLTE mit dem Befehl Set-ExecutionPolicy AllSigned eingeschränkt werden, um zu verhindern, dass unsignierte Skripte (versehentlich) ausgeführt werden. Ältere Windows PowerShell-Versionen SOLLTEN deaktiviert werden. Der Einsatz des PowerShell Constrained Language Mode SOLLTE geprüft werden. Zur Einschränkung der Windows PowerShell SOLLTE bei Windows Server mithilfe von Just Enough Administration (JEA) eine rollenbasierte Administration implementiert werden.

SYS.1.2.3.A8 Nutzung des Virtual Secure Mode (VSM) (H)

Bei der Nutzung des Virtual Secure Mode (VSM) SOLLTE berücksichtigt werden, dass forensische Untersuchungen, z. B. zur Sicherheitsvorfallbehandlung, eingeschränkt oder erschwert werden.

1.1 Riferimenti

1.2 Requisiti identificati

1.3 Regolamentazioni correlate

2. Requisiti identificati

Requisiti
Fonte Requisito

3. Regolamentazioni correlate

Regolamentazioni
Fonte Regolamentazione

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