Die Daten und Konfigurationseinstellungen innerhalb eines ICS sowie Personen, Sachen und Produktionsprozesse vor Ort können durch sämtliche Zugriffe aus anderen Zonen gefährdet sein, die nicht oder nur unzureichend durch internes Personal vor Ort kontrolliert werden. Insbesondere das Personal externer Wartungsdienstleistenden, Integratoren und herstellenden Unternehmen verfügt zwar über die notwendige Spezialkenntnis der zu wartenden Anlage, Maschine oder Komponente, weiß jedoch nicht, welche schädlichen Auswirkungen die konkrete Fernwartungssitzung im Gesamtsystem haben kann.

Wenn die Verläufe und Inhalte von OT-Fernwartungssitzungen von den Betreibenden nicht angemessen kontrolliert werden können, dann können Konfigurationsfehler mit hohem Gefährdungspotential sowie unabsichtliches oder absichtliches Fehlverhalten des Wartungspersonals nicht schnell genug erkannt und nachvollzogen werden. Dann sind Ausfälle oder Manipulationen von Echtzeit-Datenströmen möglich oder Schadsoftware kann sich unbemerkt in der gesamten OT ausbreiten. Schäden an Leib und Leben des Bedienungspersonals vor Ort oder hohe finanzielle Schäden durch Produktionsausfälle bis zur Zerstörung ganzer Anlagen können dann die Folge sein. Auch die Offenlegung von Betriebsgeheimnissen ist möglich. Zudem kann die Integrität der hergestellten Produkte beeinträchtigt werden, z. B. durch Manipulation von Rezepten, sodass Ausschuss produziert wird, der unter Umständen schwer zu erkennen ist. Wenn mangelhafte Produkte nicht als solche erkannt werden, dann kann dies die Reputation der Institution schädigen.

Ein Beispiel sind dezentrale OT-Fernwartungskomponenten innerhalb von Anlagen, die als Gesamtsystem von herstellenden Unternehmen realisiert werden (Package Units). Diese Fernwartungszugänge sind häufig so konstruiert, dass die herstellenden Unternehmen zu jeder Zeit auf die Anlage zugreifen können. Geschieht dies ohne Abstimmung mit dem Personal des oder der Betreibenden, dann können z. B. Gefahrensituationen im aktuellen Produktionsablauf entstehen.