+KONF.12 Kontrollierte Datenverarbeitung
---+KONF.12.1 Eingabevalidierung
------+KONF.12.1.1 Zertifikatsprüfung
------+KONF.12.1.2 Content Security Policy (CSP)
------+KONF.12.1.3 Same-Origin-Policy
------+KONF.12.1.4 Subresource Integrity-Prüfung
------+KONF.12.1.5 HTTP Strict Transport Security (HSTS)
------+KONF.12.1.6 JavaScript
------+KONF.12.1.7 Filtern schädlicher Webinhalte
------+KONF.12.1.8 Duplikate im Verzeichnisbaum
------+KONF.12.1.9 Journaling
------+KONF.12.1.10 HTTP-Response-Header
------+KONF.12.1.11 Aktive Dateiinhalte
---+KONF.12.2 Verschlüsselungsstatus der aktuellen Verbindung
---+KONF.12.3 Cookies
---+KONF.12.4 Speicherung von Zugangsdaten
---+KONF.12.5 Auto-Vervollständigung von Daten
---+KONF.12.6 Browser-Historie
---+KONF.12.7 Erweiterte Attribute
---+KONF.12.8 Teilnahme per Default ohne Bild und Ton
---+KONF.12.9 Keine heimliche Aufzeichnung
---+KONF.12.10 Cookie-Attribute
---+KONF.12.11 Anonyme oder Pseudonyme Kommunikation
---+KONF.12.12 Verbindungsprotokoll
---+KONF.12.13 Sendebericht
---+KONF.12.14 DNS-Falschinformationen

KONF.12 Kontrollierte Datenverarbeitung

1. Ħarsa ġenerali

Titlu Standard
KONF.12.1 Eingabevalidierung

Konfiguration für Anwendungen SOLLTE die Validierung von Eingabedaten durch [einen automatisierten Mechanismus] aktivieren.

Erläuterung

Eingabevalidierung (engl. input validation) ist die technische und logische Überprüfung von Daten, die von Nutzenden, Schnittstellen oder externen Quellen an eine Anwendung übergeben werden. Ziel ist es, sicherzustellen, dass nur erwartete, syntaktisch und semantisch korrekte Eingaben verarbeitet werden – beispielsweise Zahlen in einem numerischen Feld, zulässige Dateiformate bei Uploads oder inhaltlich beschränkte Steuerzeichen in Formularen. Fehlende oder unzureichende Eingabevalidierung könnte es Angreifenden ermöglichen, schadhaften Code einzuschleusen (injection attacks wie SQL Injection oder Command Injection), Geschäftslogik zu manipulieren oder Systeme über Ressourcenmissbrauch lahmzulegen. Eine saubere Validierung kann dagegen die Angriffsfläche deutlich reduzieren und die Verlässlichkeit der Anwendung erhöhen. Dabei hängt die Ausgestaltung stark vom Einsatzzweck ab: Während etwa bei einer Textverarbeitung größere Freiheiten gewährt werden können, erfordern sensible Szenarien wie SQL-Injection bei Datenbankanfragen, die Abwehr von prompt injection bei Large Language Models (LLM) oder die Verarbeitung von Zahlungsdaten sehr strikte Prüfungen. Je nach Anwendung und Risikoprofil können Plausibilitätsprüfungen, die Beschränkung der Eingabedaten auf vordefinierte Werte, Verifikationen der Daten bei einer dritten Stelle (z.B. eines Zahlungsmittels beim Zahlungsanbieter), Regular Expression Entry Patterns, oder Data Escaping als Maßnahmen sinnvoll sein.

KONF.12.2 Verschlüsselungsstatus der aktuellen Verbindung

Konfiguration für Webbrowser SOLLTE eine Anzeige der Verschlüsselung der aktuellen Verbindung aktivieren.

Erläuterung

Die Anzeige der Verschlüsselung der aktuellen Verbindung im Webbrowser, auch bekannt als Connection Encryption Indicator oder oft durch ein 🔒-Symbol dargestellt, ist ein essenzielles Merkmal für die Wahrnehmung der Vertrauenswürdigkeit einer Online-Kommunikation. Sie visualisiert, ob die Datenübertragung zwischen dem Browser des Benutzers und dem Webserver mittels eines kryptografischen Protokolls, typischerweise Transport Layer Security (TLS) (früher Secure Sockets Layer (SSL)), abgesichert ist. Diese Vorschrift zielt darauf ab, das Risiko des Abhörens von Daten durch Dritte (Eavesdropping) zu minimieren; denn ohne diese Anzeige könnte ein Benutzer unbemerkt sensible Informationen über eine ungesicherte Verbindung eingeben, was beispielsweise zur Kompromittierung von Anmeldedaten oder vertraulichen Geschäftsinformationen führen könnte.

KONF.12.3 Cookies

Konfiguration für Webbrowser SOLLTE Cookies einschränken.

Erläuterung

Cookies sind Dateien, in denen Webseiten Daten auf dem System speichern. Sie können Authentifizierungstoken und andere personenbezogene Daten enthalten und durch Angriffe wie Cross-Site-Scripting (XSS) oder Session Hijacking kompromittiert werden. Die Speicherung von Cookies per Default auszuschalten könnte jedoch zu Funktionseinschränkungen führen. Nutzende oder Administrierende können Ausnahmen für bestimmte Webseiten, z.B. im Intranet, hinzufügen.

KONF.12.4 Speicherung von Zugangsdaten

Konfiguration für Webbrowser SOLLTE die Speicherung von Zugangsdaten [in einem dedizierten Passwort-Manager mit Browser-Integration oder direkt im Browser durch ein Master-Passwort geschützt] aktivieren.

Erläuterung

Werden Zugangsdaten gespeichert, so könnten Angreifer diese auslesen und missbrauchen. Daher ist es wichtig, Vertraulichkeit und Integrität sensibler Anmeldedaten zu gewährleisten. Durch die Nutzung einer geprüften Browser‑Extension kann sichergestellt werden, dass Passwörter nur in einem verschlüsselten Vault abgelegt werden, der zentral verwaltet oder versioniert wird. Ein starkes Master‑Passwort kann als Schlüssel dienen, sodass selbst bei Verlust des Geräts oder unautorisiertem Zugriff auf die lokale Datenbank die Daten ohne Kenntnis dieses Passworts nicht lesbar sind. Wird die Funktion komplett deaktiviert, kann das Risiko unkontrollierter Speicherung oder unsicherer Autovervollständigung minimiert werden – der Anwender kann sich stattdessen etwa auf einen externen Manager oder eine Single‑Sign‑On‑Lösung verlassen. Konkret kann dies in der Praxis auf verschiedene Weisen aussehen: So kann eine Institution über Gruppenrichtlinien festlegen, dass nur eine offiziell freigegebene Extension (etwa einer Open‑Source‑Lösung oder eines kommerziellen Anbieters) installiert werden darf. Alternativ lassen sich browserinterne Passwort‑Speicher mit einem Master‑Passwort verschlüsseln – denkbar ist hier sowohl die Nutzung integrierter Funktionen von Browsern mit zuverlässiger Krypto‑Engine als auch externer Tools wie plattformübergreifende Passwort‑Manager, die eine Browser‑Anbindung per Plugin bieten. In Szenarien mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen kann die Speicherung ganz deaktiviert werden, etwa indem das entsprechende Feature per Policy abgeschaltet wird und Nutzer gezielt mit einem eigenständigen, von der Institution kontrollierten Tool arbeiten. Für die Umsetzung bietet es sich an, zunächst eine klare Richtlinie zu formulieren, die alle Mitarbeitenden über die zugelassenen Speicherwege informiert und gleichzeitig erklärt, warum unautorisierte Methoden unerwünscht sein können. IT‑Administratoren können über zentrale Management‑Werkzeuge (GPOs, MDM‑Systeme) die Installation autorisierter Extensions automatisieren und unerwünschte Funktionen deaktivieren. Es kann hilfreich sein, standardisierte Vorlagen für sichere Master‑Passwörter zu kommunizieren und regelmäßige Schulungen anzubieten, in denen der Umgang mit dem Passwort‑Manager, das Prüfen der Passwortstärke und das Einspielen von Updates erklärt werden. Schließlich kann eine optionale Passwort‑Auditing‑Funktion im Manager eingesetzt werden, mit der Nutzer Schwachstellen in ihren Passwörtern erkennen und verbessern können – so bleibt die gesamte Passwortlandschaft im Unternehmen übersichtlich und sicher.

KONF.12.5 Auto-Vervollständigung von Daten

Konfiguration für Webbrowser SOLLTE die Auto-Vervollständigung von Daten einschränken.

Erläuterung

Webseiten können Eingaben auch auslesen, bevor diese abgesendet werden. Die Deaktivierung der Auto-Vervollständigung verhindert, dass der Browser diese Daten automatisch eingibt.

KONF.12.6 Browser-Historie

Konfiguration für Webbrowser KANN die dauerhafte Browser-Historie deaktivieren.

Erläuterung

Kann durch das Löschen der Historie beim Beenden oder durch Deaktivierung der Historie umgesetzt werden.

KONF.12.7 Erweiterte Attribute

Konfiguration für Dateiserver SOLLTE erweiterte Attribute aktivieren.

Erläuterung

Erweiterte Attribute ermöglichen die Speicherung von Metadaten zu Dateien zur Speicherung von Zugriffsrechten und Statusindikatoren. Kann unter Linux durch Samba mit Extended Attributes und unter Windows durch Nutzung des NTFS-Dateisystems umgesetzt werden.

KONF.12.8 Teilnahme per Default ohne Bild und Ton

Konfiguration für VK-Anwendungen SOLLTE beim Beitritt zu Konferenzschaltungen Bild und Ton per Default deaktivieren.

Erläuterung

Eine Konfiguration, bei der die Standardeinstellung (per default) für Bild und Ton deaktiviert ist, bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer die Videokonferenz-Anwendungen (VK-Anwendungen) betreten, ohne dass ihre Kamera und ihr Mikrofon automatisch eingeschaltet sind. Diese Voreinstellung minimiert das Risiko, dass sensible oder private Informationen unbeabsichtigt geteilt werden. Einem Vorfall, bei dem vertrauliche Gespräche im Hintergrund unfreiwillig übertragen werden, könnte so effektiv vorgebeugt werden. Die Institution kann dadurch das Risiko unbeabsichtigter Datenexposition minimieren, indem die Kontrolle über die Aktivierung von Bild und Ton explizit bei den Nutzenden bleibt. Um diese Anforderung umzusetzen, kann die Institution die technischen Einstellungen in der Verwaltungs- oder Admin-Konsole der jeweiligen Anwendung anpassen, um die Standardwerte für alle Teilnehmenden zu ändern. Ebenfalls kann eine technische Richtlinie implementiert werden, die sicherstellt, dass die Applikation vor dem Start eines Meetings eine Checkliste anzeigt, die die Nutzenden explizit auffordert, Kamera und Mikrofon bewusst zu aktivieren.

KONF.12.9 Keine heimliche Aufzeichnung

Konfiguration für VK-Anwendungen SOLLTE heimliche Aufzeichnungen deaktivieren.

Erläuterung

Heimliche Aufzeichnungen verletzen die Vertraulichkeit der Kommunikation. Eine Aufzeichnung von Wort und Bild ohne den Willen der Aufgezeichneten kann zudem eine Persönlichkeitsrechtsverletzung bis hin zur Straftat (§ 201 StGB) darstellen. Falls die Anwendung so konfiguriert ist, dass Bild und Ton aufgezeichnet werden könnten, ist es daher unabdingbar, dass alle Teilnehmenden von der Anwendung über die Aufzeichnung informiert werden - auch wenn sie eine Konfernzschaltung später betreten oder kurz nicht zugehört haben. Dies gilt auch für Aufzeichnungen, die KI-gestützt ausgewertet werden. Falls die Möglichkeit zur Aufzeichnung vollständig deaktiviert ist, so ist diese Anforderung ebenfalls erfüllt. Alternativ kann die Anforderung auch erfüllt werden, indem die Anwendung beim Start einer Aufnahme alle Teilnehmenden informiert, z.B. über die Anzeige eines zu bestätigenden Warnhinweises und eine Ansage.

KONF.12.10 Cookie-Attribute

Konfiguration für Webanwendungen SOLLTE Cookie-Attribute aktivieren.

Erläuterung

"Secure" erzwingt die verschlüsselte HTTPS-Übertragung, wodurch Man-in-the-middle-Angriffe verhindert werden. "SameSite" sorgt dafür, dass Cookies nur zurückgesendet werden, wenn die Anfrage von der ursprünglichen Seite stammt. Hierdurch werden Cross-Site-Request-Forgery-Angriffe erschwert. "HttpOnly" verbietet es Client-seitigen Skripten auf das Cookie zuzugreifen, wodurch Cross-Site Scripting (XSS) erschwert wird.

KONF.12.11 Anonyme oder Pseudonyme Kommunikation

Konfiguration für TK-Anwendungen KANN die Übermittlung [eines Pseudonyms oder gar keiner Anzeigekennung] zur Gegenstelle aktivieren.

Erläuterung

Wenn eine persönliche Identifikation von Kommunikationspartnern erforderlich ist, ist eine Verschleierung von Erreichbarkeiten sinnvoll. In der klassischen Telefonie kann hierfür die Rufnummerunterdrückung für ausgehende Anrufe (CLIR) oder eine Pseudonymisierung, z.B. durch Übermittlung der 0 statt der Nebenstelle, genutzt werden. Für die Verschleierung der Netzquelle können Proxy-Server oder Anonymisierungsgateways genutzt werden. Für weitere Details siehe "Kompendium für organisationsinterne Telekommunikationssysteme mit erhöhtem Schutzbedarf".

KONF.12.12 Verbindungsprotokoll

Konfiguration für TK-Anwendungen SOLLTE ein für Nutzende verfügbares Verbindungsprotokoll protokollieren.

Erläuterung

Ein solches Protokoll, oft auch als Call Detail Record (CDR) oder Connection Log bezeichnet, dokumentiert für Nutzende nachvollziehbar die Kommunikationsverbindungen, die sie über die Anwendung herstellen. Das Protokoll könnte dabei erfassen, wann eine Verbindung aufgebaut wurde, wie lange sie bestand, mit wem sie stattfand (z.B. die Rufnummer oder der Benutzername der Gegenstelle) und aus welcher Richtung (ein- oder ausgehend) sie kam. In der klassischen Telefonie ist dies die Auflistung der zuletzt ein- oder ausgehenden Anrufe. Eine solche Protokollierung kann als wichtige Maßnahme der Rechenschaftspflicht oder Accountability dienen. Durch die lückenlose Protokollierung der Aktivitäten der Nutzenden kann transparent nachvollzogen werden, welche Verbindungen zu welchem Zeitpunkt hergestellt wurden. Dies kann dabei helfen, ungewöhnliche oder nicht autorisierte Kommunikationsversuche zu erkennen und die Integrität der genutzten Systeme zu wahren. Ohne ein solches Protokoll könnte eine unberechtigte Nutzung oder ein Datenabfluss aus dem internen Netzwerk unentdeckt bleiben. Hierbei besteht ein enger Zusammenhang mit Compliance-Verpflichtungen zur Aufbewahrung und Löschung von Telekommunikationsdaten.

KONF.12.13 Sendebericht

Konfiguration für Faxanwendungen SOLLTE einen Sendebericht protokollieren.

Erläuterung

Ein Sendebericht ermöglicht es bei der Verwendung von Faxen nachzuweisen, dass das Fax tatsächlich an die Gegenstelle versendet wurde. Für einen rechtssicheren Nachweis ist es sinnvoll, wenn der Sendebericht außerdem weitere Angaben wie die versendete Seitenzahl, eine Vorschau der ersten Seite odes des gesamten Inhaltes, sowie den Status mit dem die Verbindung beendet wurde (z.B. OK) beinhaltet.

KONF.12.14 DNS-Falschinformationen

Konfiguration für DNS-Server SOLLTE DNS-Antworten, die falsche Domain-Informationen liefern, deaktivieren.

Erläuterung

Falsch sind Domain-Informationen, wenn sie nicht der tatsächlichen Erreichbarkeit des Zieles entsprechen, sondern z.B. auf Werbeseiten umleiten. DNS-Server, die falsche Antworten liefern, können zu unerwarteten Fehlern in Anwendungen oder zum DNS-Hijacking führen. Sie sind an unerwarteten Websites, Zertifikatsfehlern oder mit DNS-Prüfsoftware zu erkennen. Gilt sowohl für die Konfiguration des eigenen Servers, als auch für die verwendeten DNS Upstream Server.

1.1 Referenzi

1.2 Rekwiżiti identifikati

1.3 Regolamenti relatati

2. Rekwiżiti identifikati

Rekwiżiti
Sors Rekwiżit

3. Regolamenti relatati

Regolamenti
Sors Regolamentazzjoni