+TEST.5 Bereitstellung
---+TEST.5.1 Information betroffener Kreise
---+TEST.5.2 Verschlüsselte Bereitstellung
---+TEST.5.3 Schrittweiser Rollout
---+TEST.5.4 Persistenz
---+TEST.5.5 Rückblick

TEST.5 Bereitstellung

1. Overzicht

Titel Standaard
TEST.5.1 Information betroffener Kreise

Änderungen und Tests SOLLTE von der Änderung betroffene Kreise informieren.

Erläuterung

Betroffene Kreise können je nach Vorhaben z.B. interne oder externe Nutzende, IT-Betrieb, das Monitoring-Team, die Öffentlichkeitsarbeit oder ISB sein. Erforderliche Informationen können z.B. zu erwartende Ausfallzeiten oder Beginn und Ende des Wartungsfensters, die Vorgehensweise zum Bezug von Sicherheitsupdates oder anzupassende Sicherheitseinstellungen sein, die Nutzende selbst vornehmen können.

TEST.5.2 Verschlüsselte Bereitstellung

Änderungen und Tests SOLLTE die Bereitstellung verschlüsseln.

Erläuterung

Das Konzept der Bereitstellung (engl. Deployment oder Provisioning) bezieht sich hier auf den Vorgang des Übertragens, Installierens oder Aktivierens von Software-Artefakten, Konfigurationen, Skripten oder anderen digitalen Gütern von einer gesicherten Umgebung (z.B. Test- oder Staging-Umgebung) in die Ziel- oder Produktionsumgebung. Die Verschlüsselung dieser Bereitstellung meint dabei die kryptografische Sicherung des Datenstroms oder der übertragenen Daten während des Transports, sodass diese für unbefugte Dritte unlesbar sind. Diese Vorschrift dient primär dem Schutz vor der Offenlegung sensibler Daten oder der Manipulation der ausgelieferten Artefakte: Ein Angreifer, der den Übertragungsweg abhört, könnte ohne Verschlüsselung leicht auf vertrauliche Informationen zugreifen, etwa proprietären Quellcode oder sensible Konfigurationsparameter (wie Passwörter oder API-Schlüssel), was zur Geheimhaltung (Confidentiality) in der Institution im Widerspruch stünde. Außerdem könnte ein Man-in-the-Middle-Angriff die übertragenen Daten manipulieren und so bösartigen Code in die Produktionsumgebung einschleusen, bevor die Integrity-Checks greifen, was die Integrität der bereitgestellten Lösungen gefährden könnte. Technisch kann die Institution dies gewährleisten, indem alle Deployment-Pipelines ausschließlich gesicherte Kommunikationsprotokolle nutzen. Zusätzlich ist es sinnvoll die Bereitstellungs-Artefakte digital zu signieren und diese Signatur erst nach erfolgreicher End-zu-End-Integritätsprüfung (z.B. durch Prüfsummen wie SHA-256) auf dem Zielsystem zur Installation freigeben, was einen Manipulationsversuch im Transit erschwert.

TEST.5.3 Schrittweiser Rollout

Änderungen und Tests KANN die Inbetriebnahme stufenweise ausführen.

Erläuterung

Inbetriebnahme (engl. deployment oder rollout) meint hier die technische und organisatorische Überführung einer Änderung oder Neuerung – etwa an IT-Systemen, Anwendungen oder Konfigurationen – vom Test- in den Produktivbetrieb. Eine stufenweise Inbetriebnahme (auch phased deployment, gradual rollout oder staged release) meint dabei das gezielte Ausrollen von Änderungen in mehreren kontrollierten Schritten, etwa nach Rollen, geografischen Standorten oder Systemkomponenten gruppiert, anstatt in einem einzigen vollständigen Übergang. Diese Methode kann gezielt dazu genutzt werden, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, dass diese sich flächendeckend auf die gesamte Infrastruktur auswirken. Ziel ist insbesondere, mögliche Risiken aus unzureichend getesteten Änderungen zu reduzieren – etwa wenn fehlerhafte Updates zu Systemausfällen, Datenverlusten oder Funktionseinschränkungen führen könnten. Auch unbeabsichtigte Interaktionen mit bestehenden Komponenten, die im Testsystem nicht abgebildet waren, könnten auftreten. Ein simples Rolling-Release-Modell, bei dem kleinschrittige Änderungen allen betroffenen Geräte gleichzeitig bereitgestellt werden, genügt NICHT um die Anforderung zu erfüllen. Ein schrittweiser Rollout ist in verschiedenen Varianten möglich: (1) der Einsatz von sogenannten Canary Releases, bei denen Änderungen zuerst auf ein kleines, repräsentatives Nutzersegment ausgerollt werden, (2) der automatisierte Rollout nach dem One-Some-All-Prinzip, (3) das gezielte Aktivieren neuer Funktionen über Feature Toggles, die zentrale Steuerung ermöglichen, oder (4) das parallele Führen alter und neuer Systemversionen in einer Blue-Green Deployment-Struktur.

TEST.5.4 Persistenz

Änderungen und Tests SOLLTE die Persistenz nach wesentlichen Änderungen testen.

Erläuterung

Persistenz bedeutet hier, dass eine wesentliche Änderung nach ihrer Einführung dauerhaft wirksam bleibt, also auch nach einem Neustart, einem System-Update oder einem Rückspielen von Konfigurations-Backups nicht unbeabsichtigt verloren geht. Dies könnte beispielsweise dazu führen, dass eine sicherheitsrelevante Konfiguration nach einem Reboot verschwindet oder eine Migration zu einem neuen Anbieter scheitert, weil Daten oder Regeln nicht portabel waren. Eine Institution kann die Anforderung praktisch umsetzen, indem Änderungen nach Abschluss nicht nur funktional, sondern auch über System- und Lebenszyklusereignisse hinweg überprüft werden. Dazu kann es hilfreich sein, Änderungen gezielt mit simulierten Neustarts, Failover-Tests oder dem erneuten Einspielen von Standard-Backups zu validieren. Um den laufenden Betrieb hierdurch nicht zu beeinträchtigen können Systeme oder Anwendungsinstanzen nacheinander oder zu unkritischen Zeiten neu gestartet werden.

TEST.5.5 Rückblick

Änderungen und Tests SOLLTE die Erreichung der Bereitstellungsziele [regelmäßig] überprüfen.

Erläuterung

Ein effektiver Änderungsmanagementprozess profitiert von systematischen Überprüfungen nach der Implementierung. Dabei wird bewertet, ob die definierten Bereitstellungsziele tatsächlich erreicht wurden und ob Änderungen unbeabsichtigte Auswirkungen auf Sicherheit, Stabilität oder Verfügbarkeit hatten. Die gewonnenen Erkenntnisse können genutzt werden, um zukünftige Änderungen gezielter zu planen und Risiken zu reduzieren.

1.1 Referenties

1.2 Geïdentificeerde eisen

1.3 Gerelateerde regelingen

2. Geïdentificeerde eisen

Eisen
Bron Eis

3. Gerelateerde regelingen

Regelingen
Bron Regelgeving