+GEB.5 Gemeinsame Arbeitsbereiche
---+GEB.5.1 Lieferzugang
---+GEB.5.2 Schutz gegen Manipulation
---+GEB.5.3 Physische Mikrosegmentierung

GEB.5 Gemeinsame Arbeitsbereiche

1. Overzicht

Titel Standaard
GEB.5.1 Lieferzugang

Gebäudemanagement für Standorte SOLLTE einen Zugang für die Abwicklung von Lieferungen ohne unbefugten Zugang zum restlichen Standort installieren.

Erläuterung

Ein Zugang für die Abwicklung von Lieferungen ist ein baulich abgegrenzter Bereich (engl. delivery access point), der es ermöglicht, Waren, Material oder technische Geräte geschützt vor sonstigen äußeren Einflüssen anzunehmen bzw. abzugeben, ohne dass Lieferpersonal oder externe Dienstleister unkontrollierten Zutritt zu sicherheitsrelevanten Bereichen in der Institution erhalten. Unbefugter Zugang meint hierbei jeden Zutritt durch Personen, die für den betroffenen Standort oder bestimmte Schutzbereiche keine Zutrittsberechtigung besitzen (engl. unauthorized access). Der Sinn dieser Vorgabe liegt darin, Risiken durch unkontrollierte physische Zugänge zu minimieren: Ein Lieferant könnte etwa versehentlich oder absichtlich in interne Büro- oder Technikbereiche gelangen und dadurch vertrauliche Informationen, IT-Geräte oder Zugangsdaten einsehen oder entwenden. Eine bauliche und organisatorische Trennung kann dagegen gewährleisten, dass Lieferungen gesteuert angenommen, geprüft und weiterverarbeitet werden, ohne sicherheitskritische Bereiche zu gefährden. Beispielsweise kann es je nach Standort sinnvoll sein: (1) separate Schleusen- oder Annahmebereiche mit kontrollierter Türverriegelung, (2) Gegensprechanlagen oder Kameraeinrichtungen zur Identifikation von Lieferanten, (3) zeitlich begrenzte oder zonenbeschränkte Zutrittsberechtigungen über elektronische Zugangssysteme, sowie (4) baulich getrennte Lieferzonen mit Sichtschutz und gesichertem Übergabepunkt einzurichten.

GEB.5.2 Schutz gegen Manipulation

Gebäudemanagement für IT-Systeme KANN Manipulationsschutzvorkehrungen installieren.

Erläuterung

Manipulationsschutzvorkehrungen sind physische oder technische Schutzmaßnahmen („tamper protection measures“), die darauf ausgelegt sind, unbefugte Eingriffe, Veränderungen oder Beschädigungen an IT-Systemen oder deren Infrastruktur frühzeitig zu verhindern oder zumindest erkennbar zu machen. Der Begriff „gemeinsame Arbeitsbereiche“ („shared workspaces“) umfasst Räumlichkeiten, in denen mehrere Personen, Teams oder Abteilungen gleichzeitig arbeiten, wodurch sich naturgemäß ein erhöhtes Risiko unkontrollierter Zugriffe auf technische Einrichtungen ergibt. Der Zweck dieser Anforderung liegt darin, die Integrität und Verfügbarkeit der eingesetzten Systeme zu wahren und Manipulationen vorzubeugen, die durch unbeaufsichtigte physische Zugriffe oder verdeckte Eingriffe erfolgen könnten. Ein ungeschütztes Gerät in einem frei zugänglichen Raum könnte beispielsweise durch das unbemerkte Einstecken manipulierter USB-Geräte oder das Entfernen von Netzwerkkabeln kompromittiert werden, während ein gezielter Eingriff in eine Serversteckdose zu Systemausfällen führen könnte. Eine Manipulationsschutzvorkehrung kann hier den Nachweis eines Eingriffs ermöglichen oder diesen bereits im Ansatz verhindern. Beispielsweise kann sinnvoll sein: (1) die Verwendung manipulationssicherer Gehäuse oder Gehäusesiegel, (2) der Einsatz von abschließbaren IT-Racks oder gesicherten Anschlussfeldern, (3) die Integration physischer Sensoren, die bei Gehäuseöffnung Alarmmeldungen erzeugen, oder (4) die Kennzeichnung und regelmäßige Sichtprüfung von Geräten auf Manipulationsspuren. Auch der gezielte Einbau von IT-Komponenten in erhöhten, kameragesicherten oder besonders einsehbaren Bereichen kann eine praktikable Schutzwirkung entfalten.

GEB.5.3 Physische Mikrosegmentierung

Gebäudemanagement für IT-Systeme KANN eine physische Mikrosegmentierung installieren.

Erläuterung

Bei der physischen Mikrosegmentierung in der Sicherheitsarchitektur geht es darum, unterschiedliche physische Grenzen innerhalb gemeinsam genutzter Einrichtungen zu schaffen, um verschiedene Sicherheitsbereiche zu isolieren und zu schützen. Dies ist besonders wichtig für Umgebungen, in denen Assets mit verschiedenen Sicherheitseigenschaften nebeneinander existieren. Bei dieser Strategie werden bauliche Maßnahmen eingesetzt, wie z. B. getrennte Eingänge, dedizierte Versorgungssysteme, Fallen, abgeschottete HLK-Anlagen, physisch getrennte Netzwerkinfrastrukturen und zugangskontrollierte Zonen, um die seitliche Bewegung von Bedrohungen zu verhindern und gleichzeitig die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten. Zu den üblichen Anwendungen gehören Bürogebäude mit mehreren Mietparteien, in denen verschiedene Institutionen eine Trennung benötigen, Colocation-Rechenzentren mit kundenspezifischer Geräteisolierung, gemeinsam genutzte Regierungseinrichtungen mit unterschiedlichen Klassifizierungsanforderungen und Campus-Umgebungen, in denen miteinander verbundene Gebäude unterschiedliche Sicherheitsperimeter aufrechterhalten müssen - all dies unterstützt ein umfassendes Risikomanagement und die Eindämmung von Vorfällen. Maßnahmen können z.B. intelligenten Schlössern an Käfigtüren und Sensoren an den Seitenwänden von Serverracks sein.

1.1 Referenties

1.2 Geïdentificeerde eisen

1.3 Gerelateerde regelingen

2. Geïdentificeerde eisen

Eisen
Bron Eis

3. Gerelateerde regelingen

Regelingen
Bron Regelgeving