+APP.1.4 Mobile Anwendungen (Apps)
---+APP.1.4.G1 Ungeeignete Auswahl von Apps
---+APP.1.4.G2 Zu weitreichende Berechtigungen
---+APP.1.4.G3 Ungewollte Funktionen in Apps
---+APP.1.4.G4 Software-Schwachstellen und Fehler in Apps
---+APP.1.4.G5 Unsichere Speicherung lokaler Anwendungsdaten
---+APP.1.4.G6 Ableitung vertraulicher Informationen aus Metadaten
---+APP.1.4.G7 Abfluss von vertraulichen Daten
---+APP.1.4.G8 Unsichere Kommunikation mit Backend-Systemen
---+APP.1.4.G9 Kommunikationswege außerhalb der Infrastruktur der Institution
---+APP.1.4.A1 Anforderungsanalyse für die Nutzung von Apps (B) [Fachverantwortliche]
---+APP.1.4.A5 Minimierung und Kontrolle von App-Berechtigungen (B) [Fachverantwortliche]
---+APP.1.4.A7 Sichere Speicherung lokaler App-Daten (B)
---+APP.1.4.A8 Verhinderung von Datenabfluss (B)
---+APP.1.4.A3 Verteilung schutzbedürftiger Apps (S)
---+APP.1.4.A12 Sichere Deinstallation von Apps (S)
---+APP.1.4.A14 Unterstützung zusätzlicher Authentisierungsmerkmale bei Apps (H)
---+APP.1.4.A15 Durchführung von Penetrationstests für Apps (H)
---+APP.1.4.A16 Mobile Application Management (H)

APP.1.4 Mobile Anwendungen (Apps)

Einleitung

Smartphones, Tablets und ähnliche mobile Geräte sind heute auch in Behörden und Unternehmen weit verbreitet. Mitarbeitende können so unabhängig von Ort und Zeit auf Daten der Institution, auf Informationen und Anwendungen zugreifen.

Mobile Anwendungen (Applikationen, kurz Apps) sind Anwendungen, die auf mobil genutzten Betriebssystemen wie iOS oder Android auf entsprechenden Endgeräten installiert und ausgeführt werden. Apps werden üblicherweise aus sogenannten App Stores bezogen. Diese werden oft von den herstellenden Institutionen der mobil genutzten Betriebssysteme und Endgeräte betrieben und gepflegt. Im professionellen Umfeld ist es aber auch üblich, Apps selbst zu entwickeln und z. B. über Mobile-Device-Management-Lösungen (MDM) auf den Endgeräten zu installieren und zu verwalten. Im Vergleich zu Anwendungen auf Desktop-Betriebssystemen unterliegen Apps unter iOS oder Android besonderen Rahmenbedingungen, wie etwa einem durch das Betriebssystem sichergestellten Berechtigungsmanagement.

Für die unterschiedlichen mobilen Betriebssysteme gibt es mittlerweile eine große Auswahl an verfügbaren Apps. Auch gibt es standardisierte Bibliotheken und Entwicklungsumgebungen, mit deren Hilfe sich Apps im Vergleich zu klassischen Anwendungen schnell selbst entwickeln lassen.

Zielsetzung

Ziel dieses Bausteins ist es, Informationen zu schützen, die auf mobilen Endgeräten mit Apps verarbeitet werden. Auch die Einbindung von Apps in eine bestehende IT-Infrastruktur wird dabei betrachtet. Der Baustein definiert zudem Anforderungen, um Apps richtig auszuwählen und sicher betreiben zu können. Dabei werden die Apps unabhängig von ihrer Quelle (App Store oder eigene Installation) betrachtet.

Abgrenzung und Modellierung

Der Baustein APP.1.4 Mobile Anwendungen (Apps) ist auf alle Anwendungen anzuwenden, die auf mobilen Endgeräten eingesetzt werden.

Der Baustein betrachtet Apps unter mobilen Betriebssystemen wie iOS und Android. Anforderungen, welche die zugrundeliegenden Betriebssysteme betreffen, werden hier nicht berücksichtigt. Diese Anforderungen finden sich beispielsweise in den Bausteinen SYS.3.2.3 iOS (for Enterprise) sowie SYS.3.2.4 Android. Oft werden Apps zentral über ein Mobile Device Management verwaltet. Anforderungen hierzu können dem Baustein SYS.3.2.2 Mobile Device Management (MDM) entnommen werden.

Ebenso sind anwendungsspezifische Aspekte von Apps nicht Gegenstand des Bausteins zu mobilen Anwendungen. Diese werden in den entsprechenden Bausteinen der Schicht APP Anwendungen, wie z. B. APP.1.2 Webbrowser behandelt.

Apps greifen häufig auf Backend-Systeme oder Server bzw. Anwendungsdienste zurück. Werden die Backend-Systeme oder Server selber betrieben, werden Sicherheitsempfehlungen dazu nicht an dieser Stelle gegeben, sondern in den entsprechenden Bausteinen des IT-Grundschutz-Kompendiums. Dazu gehören beispielsweise APP.3.1 Webanwendungen und Webservices oder APP.4.3 Relationale Datenbanken. Zusätzlich sollten die Bausteine berücksichtigt werden, die sich mit allgemeinen Aspekten von Anwendungen befassen, etwa OPS.1.1.6 Software-Tests und -Freigaben oder APP.6 Allgemeine Software, da diese Aspekte nicht im vorliegenden Baustein berücksichtigt werden. Bei der Entwicklung eigener Apps sollten die Anforderungen des Bausteins CON.8 Software-Entwicklung berücksichtigt werden.

Wissenswertes

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) stellt mit dem Leitfaden „Apps & Mobile Services - Tipps für Unternehmen“ (2. Auflage, 2014) eine Entscheidungshilfe zum Thema Apps und Mobile Services in Unternehmen bereit.

Das Information Security Forum (ISF) bietet eine Broschüre mit dem Titel „Securing Mobile Apps - Embracing mobile, balancing control“ (2018) an.

Auch die „NIST Special Publication 800-163: Vetting the Security of Mobile Applications“ (2015) bietet weiterführende Informationen zum Thema Apps.

1. Pregled

Naslov Standard
APP.1.4.A1 Anforderungsanalyse für die Nutzung von Apps (B) [Fachverantwortliche]

In der Anforderungsanalyse MÜSSEN insbesondere Risiken betrachtet werden, die sich aus der mobilen Nutzung ergeben. Die Institution MUSS prüfen, ob ihre Kontroll- und Einflussmöglichkeiten auf die Betriebssystemumgebung mobiler Endgeräte ausreichend sind, um sie sicher nutzen zu können.

APP.1.4.A5 Minimierung und Kontrolle von App-Berechtigungen (B) [Fachverantwortliche]

Sicherheitsrelevante Berechtigungseinstellungen MÜSSEN so fixiert werden, dass sie nicht durch Personen oder Apps geändert werden können. Wo dies technisch nicht möglich ist, MÜSSEN die Berechtigungseinstellungen regelmäßig geprüft und erneut gesetzt werden.

Bevor eine App in einer Institution eingeführt wird, MUSS sichergestellt werden, dass sie nur die minimal benötigten App-Berechtigungen für ihre Funktion erhält. Nicht unbedingt notwendige Berechtigungen MÜSSEN hinterfragt und gegebenenfalls unterbunden werden.

APP.1.4.A7 Sichere Speicherung lokaler App-Daten (B)

Wenn Apps auf interne Dokumente der Institution zugreifen können, MUSS sichergestellt sein, dass die lokale Datenhaltung der App angemessen abgesichert ist. Insbesondere MÜSSEN Zugriffsschlüssel verschlüsselt abgelegt werden. Außerdem DÜRFEN vertrauliche Daten NICHT vom Betriebssystem an anderen Ablageorten zwischengespeichert werden.

APP.1.4.A8 Verhinderung von Datenabfluss (B)

Um zu verhindern, dass Apps ungewollt vertrauliche Daten versenden oder aus den gesendeten Daten Profile über die Benutzenden erstellt werden, MUSS die App-Kommunikation geeignet eingeschränkt werden. Dazu SOLLTE die Kommunikation im Rahmen des Test- und Freigabeverfahrens analysiert werden. Weiterhin SOLLTE überprüft werden, ob eine App ungewollte Protokollierungs- oder Hilfsdateien schreibt, die möglicherweise vertrauliche Informationen enthalten.

APP.1.4.A3 Verteilung schutzbedürftiger Apps (S)

Interne Apps der Institution und Apps, die schutzbedürftige Informationen verarbeiten, SOLLTEN über einen institutionseigenen App Store oder via MDM verteilt werden.

APP.1.4.A12 Sichere Deinstallation von Apps (S)

Werden Apps deinstalliert, SOLLTEN auch Daten gelöscht werden, die auf externen Systemen, beispielsweise bei den App-Anbietenden, gespeichert wurden.

APP.1.4.A14 Unterstützung zusätzlicher Authentisierungsmerkmale bei Apps (H)

Falls möglich, SOLLTE für die Authentisierung in Apps ein zweiter Faktor benutzt werden. Hierbei SOLLTE darauf geachtet werden, dass eventuell benötigte Sensoren oder Schnittstellen in allen verwendeten Geräten vorhanden sind. Zusätzlich SOLLTE bei biometrischen Verfahren berücksichtigt werden, wie resistent die Authentisierung gegen mögliche Fälschungsversuche ist.

APP.1.4.A15 Durchführung von Penetrationstests für Apps (H)

Bevor eine App für den Einsatz freigegeben wird, SOLLTE ein Penetrationstest durchgeführt werden. Dabei SOLLTEN alle Kommunikationsschnittstellen zu Backend-Systemen sowie die lokale Speicherung von Daten auf mögliche Sicherheitslücken untersucht werden. Die Penetrationstests SOLLTEN regelmäßig und zusätzlich bei größeren Änderungen an der App wiederholt werden.

APP.1.4.A16 Mobile Application Management (H)

Falls möglich, SOLLTE für das zentrale Konfigurieren von dienstlichen Apps ein Mobile Application Management verwendet werden.

1.1 Sklici

1.2 Ugotovljene zahteve

1.3 Povezani predpisi

2. Ugotovljene zahteve

Zahteve
Vir Zahteva

3. Povezani predpisi

Predpisi
Vir Regulativa

Povezane zadeve