Industrielle Steuerungsanlagen werden immer seltener vollständig autark von der Außenwelt betrieben. Moderne Fertigungs- und Erzeugungsprozesse erfordern einen Informationsaustausch mit vor- und nachgelagerten Produktionsschritten und sind häufig an die zentralen Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme einer Institution angebunden. Um elektronisch Informationen auszutauschen, müssen die Produktionsanlagen außerdem mit Drittnetzen, wie der Office-IT oder den Netzen von Partnern, Partnerinnen und Dienstleistenden, verbunden sein. Interaktive Zugriffe von Büro- oder Mobilarbeitsplätzen und der betrieblich bedingte elektronische Datenaustausch, etwa zur Bereitstellung von Software und Updates, bedeuten eine weitere Vernetzung mit der Außenwelt. Auch die Einrichtung von Fernzugängen für eine Rufbereitschaft oder für Dienstleistende können den Zugriff von außen ermöglichen.
Werden die erforderlichen Kommunikationskanäle zu weit gefasst oder unzureichend gesichert, können Dritte diese Zugangswege ausnutzen, um auf diese zuzugreifen und um diese zu kompromittieren. Industrielle Steuerungsanlagen können einerseits von zielgerichteten Schadsoftware-Angriffen betroffen sein. Andererseits können sie auch von Schadprogrammen kompromittiert werden, die eigentlich auf die Manipulation der Office-IT abzielen. Durch eine fehlende Segmentierung oder Kontrolle des Datenverkehrs kann Schadsoftware auf die Systeme gelangen.
Aber auch der Einsatz von Virenschutz-Software kann ein Risiko für die OT darstellen. Etwa dann, wenn keine Freigabe des herstellenden Unternehmens für die Umgebung vorliegt oder Fehlerkennungen und aktive Systemeingriffe den Betrieb gefährden. Ein vergleichbares Störungspotenzial kann sich auch aus dem Betrieb netzbasierter Intrusion Prevention Systeme (IPS) ergeben, weil dabei Verbindungen unterbrochen werden können.
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