+SYS.1.9 Terminalserver
---+SYS.1.9.G1 Qualitätsverlust der Anwendungsbereitstellung
---+SYS.1.9.G2 Ausfall der Anwendungsbereitstellung
---+SYS.1.9.G3 Unzureichende Netztrennung für Terminalserver
---+SYS.1.9.G4 Unzureichende Absicherung von Sitzungen auf dem Terminalserver
---+SYS.1.9.G5 Unzureichende Absicherung des Terminalserver-Protokolls
---+SYS.1.9.G6 Unberechtigte Nutzung von Sammelkonten
---+SYS.1.9.G7 Ungeeignete Einschränkung der Zugriffsrechte der Benutzenden
---+SYS.1.9.G8 Ungeeignete Anwendungen für den Einsatz auf Terminalservern
---+SYS.1.9.A1 Erstellung einer Sicherheitsrichtlinie für den Einsatz von Terminalservern (B)
---+SYS.1.9.A2 Planung des Einsatzes von Terminalservern (B)
---+SYS.1.9.A3 Festlegung der Rollen und Berechtigungen für den Terminalserver (B)
---+SYS.1.9.A4 Sichere Konfiguration des Terminalservers (B)
---+SYS.1.9.A5 Planung der eingesetzten Clients und Terminal-Client-Software (B)
---+SYS.1.9.A6 Planung der verwendeten Netze (B) [Planende]
---+SYS.1.9.A7 Sicherer Zugriff auf den Terminalserver (B)
---+SYS.1.9.A8 Sichere Zuordnung des Terminalservers zu Netzsegmenten (B)
---+SYS.1.9.A9 Sensibilisierung der Benutzenden (B)
---+SYS.1.9.A10 Einsatz eines zentralen Identitäts- und Berechtigungsmanagements für Terminalserver (S)
---+SYS.1.9.A11 Sichere Konfiguration von Profilen (S)
---+SYS.1.9.A12 Automatisches Beenden inaktiver Sitzungen (S)
---+SYS.1.9.A13 Protokollierung bei Terminalservern (S)
---+SYS.1.9.A14 Monitoring des Terminalservers (S)
---+SYS.1.9.A15 Härtung des Terminalservers (S)
---+SYS.1.9.A16 Optimierung der Kompression (S)
---+SYS.1.9.A17 Verschlüsselung der Übertragung (H)
---+SYS.1.9.A18 Nutzung von Thin Clients (H)
---+SYS.1.9.A19 Erweitertes Monitoring des Terminalservers (H)
---+SYS.1.9.A20 Unterschiedliche Terminalserver für unterschiedliche Gruppen von Benutzenden oder Geschäftsprozesse (H)
---+SYS.1.9.A21 Nutzung hochverfügbarer IT-Systeme (H)
---+SYS.1.9.A22 Unterbinden des Transfers von Anwendungsdaten zwischen Client und Terminalserver (H)

SYS.1.9 Terminalserver

Einleitung

Ein Terminalserver ist ein Server, auf dem Client-Anwendungen (kurz Anwendungen) direkt ausgeführt werden und der nur deren grafische Oberfläche (Bedienoberfläche) an die Clients weiterleitet. Hierfür wird eine Terminalserver-Software verwendet. Der Terminalserver ist dann das zugrundeliegende IT-System, auf dem diese Software ausgeführt wird. Die Eingaben am Client, z. B. über Tastatur und Maus, werden an die Terminalserver-Software übertragen, die diese Eingaben dann dem Terminalserver übergibt. In der bereitgestellten Anwendung auf dem Terminalserver werden daraufhin die Aktionen ausgeführt, die gegebenenfalls durch die Eingaben ausgelöst werden und der Terminalserver ermittelt die neue (möglicherweise geänderte) Bedienoberfläche. Diese Bedienoberfläche wird dann von der Terminalserver-Software an den Client übertragen.

In einer Terminalserver-gestützten Umgebung verbinden sich typischerweise Clients mithilfe einer entsprechenden Terminal-Client-Software mit der Terminalserver-Software auf dem Terminalserver. Hierfür wird über Terminalserver-Protokolle kommuniziert, über die die Ein- und Ausgaben übertragen werden. Beispiele hierfür sind das Remote Desktop Protocol (RDP), Independent Computing Architecture (ICA), PC-over-IP (PCoIP) oder Virtual Network Computing (VNC).

Die Art der auf diese Weise bereitgestellten Anwendungen ist dabei prinzipiell nicht eingeschränkt und kann beispielsweise produktive Anwendungen wie Webbrowser, Office-Anwendungen oder Finanzsoftware, aber auch Administrationswerkzeuge wie SSH-Clients oder Management-Tools umfassen.

In einem typischen Einsatzszenario stellt ein Terminalserver mehreren Clients zentralisiert Anwendungen bereit, die aus organisatorischen oder technischen Gründen nicht lokal auf diesen Clients ausgeführt werden sollen oder können. Ein Beispiel hierfür sind Administrationstools, die nicht direkt auf den Clients der Administrierenden ausgeführt werden sollen. Ein weiteres Beispiel ist Software mit speziellen technischen Anforderungen an die zugrundeliegende Hardware der Clients, wie beispielsweise bestimmte Grafikkarten, die nicht auf allen Clients vorhanden sind.

In einer Terminalserver-gestützten Umgebung können die Clients sogenannte Fat Clients oder Thin Clients sein. Fat Clients sind mit einem vollwertigen Client-Betriebssystem ausgestattet. Thin Clients können dagegen nur genutzt werden, um sich mit dem Terminalserver zu verbinden und diesen zu bedienen.

Auf einem Terminalserver können mehrere Personen gleichzeitig auf demselben Betriebssystem arbeiten und dieselbe oder mehrere unterschiedliche Anwendungen parallel benutzen.

Zielsetzung

Ziel dieses Bausteins ist es, Informationen zu schützen, die beim Einsatz von Terminalservern gespeichert, verarbeitet und übertragen werden. Hierzu werden spezielle Anforderungen an die beteiligten Anwendungen, IT-Systeme und Netze gestellt.

Abgrenzung und Modellierung

Der Baustein SYS.1.9 Terminalserver ist sowohl auf den Terminalserver selbst als auch auf die zugreifenden Fat Clients und Thin Clients mit Terminal-Client-Software anzuwenden. Hierbei sind für Server und Clients jeweils sowohl die Soft- als auch die Hardwarekomponenten zu berücksichtigen.

Um ein IT-Grundschutz-Modell für einen konkreten Informationsverbund zu erstellen, muss grundsätzlich die Gesamtheit aller Bausteine betrachtet werden. In der Regel sind mehrere Bausteine auf das Thema bzw. Zielobjekt anzuwenden.

Dieser Baustein behandelt die folgenden Inhalte:

  • Ein Terminalserver im Sinne dieses Bausteins ist jedes IT-System, auf dem Anwendungen auf die oben beschriebene Weise zentral zur Verfügung gestellt werden. Hierbei muss die Verbindung vom Client aus direkt initiiert werden.
  • Der Baustein SYS.1.9 Terminalserver ist anzuwenden, wenn durch eine Terminal-Client-Software ausschließlich Eingaben der Benutzenden an den Terminalserver übermittelt werden.
  • Dieser Baustein beinhaltet spezifische Anforderungen an die verwendeten Netze, um die Kommunikation zwischen Clients und Terminalserver abzusichern.

Folgende Inhalte sind ebenfalls von Bedeutung und werden an anderer Stelle behandelt:

  • Für den Terminalserver und die Clients müssen die Bausteine SYS.1.1 Allgemeiner Server bzw. SYS.2.1 Allgemeiner Client sowie gegebenenfalls die spezifischen Bausteine für die Server- bzw. Client-Betriebssysteme angewendet werden.
  • Auf die Terminalserver-Software müssen der Baustein APP.6 Allgemeine Anwendung sowie gegebenenfalls entsprechende weitere Bausteine der Schicht APP Anwendungen angewendet werden.
  • Für die Anwendungen, die über den Terminalserver bereitgestellt werden, müssen zusätzlich der Baustein APP.6 Allgemeine Anwendung sowie gegebenenfalls die entsprechenden spezifischen Bausteine der Schicht APP Anwendungen angewendet werden.
  • Der Baustein NET.1.1 Netzarchitektur und -design muss angewendet werden, um die für die Kommunikation zwischen Clients und Terminalserver verwendeten Netze abzusichern.

Dieser Baustein behandelt nicht die folgenden Inhalte:

  • Fernwartungswerkzeuge sind keine Terminalserver im Sinne dieses Bausteins. Um diese Werkzeuge abzusichern, ist der Baustein OPS.1.2.5 Fernwartung umzusetzen.
  • Wenn ein zu administrierendes IT-System über Terminalserver-Protokolle angesprochen wird, stellt dies keine Nutzung des Terminalservers im Sinne dieses Bausteins dar.
  • Dieser Baustein adressiert nicht den Fall, dass Clients direkt auf andere Clients über Terminalserver-Protokolle oder Kollaborationswerkzeuge zugreifen.
  • Falls der Terminalserver-Dienst über zusätzliche Sicherheitskomponenten wie Application Delivery Controller (ADC, siehe Kapitel 4 Weiterführende Informationen) zur Verfügung gestellt wird, sind diese zusätzlichen Komponenten gesondert zu betrachten.

Wissenswertes

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt im Dokument „Kryptographische Verfahren: Empfehlungen und Schlüssellängen: BSI TR-02102“ Hinweise zur Anwendung kryptografischer Verfahren zur Verfügung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt im Dokument „Empfehlungen für den sicheren Einsatz von Application Delivery Controllern (ADC)“ Hinweise für den sicheren Einsatz von ADC zur Verfügung.

1. Ħarsa ġenerali

Titlu Standard
SYS.1.9.A1 Erstellung einer Sicherheitsrichtlinie für den Einsatz von Terminalservern (B)

Für den Einsatz von Terminalservern MUSS eine Sicherheitsrichtlinie erstellt werden. Bei der Erstellung der Sicherheitsrichtlinie MÜSSEN mindestens folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Anwendungen, die auf Terminalservern bereitgestellt werden dürfen,
  • Anwendungen, die gemeinsam auf Terminalservern bereitgestellt werden dürfen,
  • Anforderungen an die Sicherheit von Clients, auf denen die Terminal-Client-Software ausgeführt wird,
  • physisches Umfeld, in dem die Clients eingesetzt werden dürfen,
  • Netze, aus denen heraus Kommunikationsverbindungen zu den Terminalservern initiiert werden dürfen,
  • Netze, in die Anwendungen auf den Terminalservern kommunizieren dürfen,
  • Kommunikationsprotokolle, die zwischen Clients und Terminalservern erlaubt sind,
  • Verschlüsselungsmechanismen und Authentisierungsmethoden, die zwischen Clients und Terminalservern zu benutzen sind,
  • Möglichkeiten, wie Dateien und Anwendungsdaten zusätzlich zur Bildschirmausgabe über das Terminalserver-Protokoll übertragen werden dürfen sowie
  • Peripheriegeräte, die neben Ein- und Ausgabegeräten zusätzlich an den Client angebunden werden dürfen.
SYS.1.9.A2 Planung des Einsatzes von Terminalservern (B)

Für die Anwendungen, die auf einem Terminalserver bereitgestellt werden sollen, MÜSSEN die Anforderungen an die Funktionalität (Anforderungsprofil) ermittelt werden. Für alle benötigten Funktionen MUSS sichergestellt werden, dass diese tatsächlich auch über den Terminalserver abgerufen werden können. Darüber hinaus MUSS getestet werden, ob die Anwendungen die Anforderungen bei der Bereitstellung über den Terminalserver grundlegend erfüllen.

Die Gesamtzahl der einzurichtenden Benutzenden MUSS prognostiziert werden. Dabei MÜSSEN alle Anwendungen mitgezählt werden, die auf dem Terminalserver bereitgestellt werden.

Die Anzahl der Benutzenden, die den Terminalserver potenziell gleichzeitig benutzen, MUSS prognostiziert werden. Diese Prognosen MÜSSEN den Einsatzzeitraum des Terminalservers abdecken.

Abhängig von der prognostizierten Anzahl der Benutzenden und den Anforderungen der bereitgestellten Anwendungen MÜSSEN die Leistungsanforderungen (z. B. hinsichtlich CPU und Arbeitsspeicher) an den Terminalserver ermittelt werden. Der Terminalserver MUSS anhand dieser Leistungsanforderungen dimensioniert und ausgestattet werden.

Das Lizenzschema der eingesetzten Anwendungen MUSS daraufhin geprüft werden, ob es dafür geeignet ist, diese Anwendungen auf Terminalservern einzusetzen.

SYS.1.9.A3 Festlegung der Rollen und Berechtigungen für den Terminalserver (B)

Auf Terminalservern DÜRFEN KEINE Sammelkonten verwendet werden, wenn dies gegen interne Regelungen oder Lizenzbedingungen verstößt. Bei der Festlegung von Rollen und Berechtigungen für die Benutzung des Terminalservers MÜSSEN alle auf dem Terminalserver bereitgestellten Anwendungen und deren Anforderungen mit ausreichenden Berechtigungen ausgestattet werden.

Die Rollen und Berechtigungen MÜSSEN so vergeben werden, dass zwischen Terminalserver-Sitzungen nur in dem Umfang kommuniziert werden kann, wie es für die Funktionalität der Anwendung erforderlich ist. Mindestens MÜSSEN die Berechtigungen für folgende Tätigkeiten festgelegt werden:

  • Ausführen von Anwendungen in fremdem Kontext (insbesondere als „root“),
  • Zugriff auf betriebssystemspezifische Funktionen,
  • Zugriff auf das Dateisystem des Terminalservers,
  • Zugriff auf Schnittstellen und Dateisystem des verwendeten zugreifenden Clients,
  • Zugriff der auf dem Terminalserver bereitgestellten Anwendungen auf nachgelagerte Dienste,
  • Datei- und Objekttransfer zwischen Clients und Terminalservern (z. B. zum Drucken am Client) sowie
  • Anbindung von Peripheriegeräten am Client.
SYS.1.9.A4 Sichere Konfiguration des Terminalservers (B)

Abhängig von den Anforderungen an die Sicherheit und Funktionalität der bereitgestellten Anwendungen MÜSSEN Vorgaben für die Konfiguration von Terminalservern erstellt werden. Diese Vorgaben MÜSSEN vollständig umgesetzt und dokumentiert werden.

Es MUSS geprüft werden, ob das Unternehmen, das den Terminalserver herstellt, Vorgaben oder Empfehlungen zur sicheren Konfiguration oder Härtung bereitstellt. Ist dies der Fall, MÜSSEN diese für die Erstellung der Konfigurationsvorgaben angemessen berücksichtigt werden. Sowohl die Konfigurationsvorgaben als auch deren Umsetzung MÜSSEN regelmäßig geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Es MÜSSEN mindestens folgende Punkte für die Konfigurationsvorgaben berücksichtigt werden:

  • Rollen und Berechtigungen
  • Umfang der Verschlüsselung des Terminalserver-Protokolls
  • benötigte Authentisierungsfunktionen des Terminalserver-Protokolls
  • Möglichkeit zum Anzeigen der Ausgabe fremder Sitzungen
  • Kommunikation zwischen Anwendungen in den Terminalserver-Sitzungen und Anwendungen auf anderen Servern
  • Kommunikation zwischen Terminalserver und anderen Servern
SYS.1.9.A5 Planung der eingesetzten Clients und Terminal-Client-Software (B)

Es MUSS festgelegt werden, über welche Terminal-Client-Software auf den Terminalserver zugegriffen werden darf. Zusätzlich MUSS festgelegt werden, auf welchen Clients diese Software ausgeführt werden darf, um sich mit dem Terminalserver zu verbinden. Hierbei MÜSSEN mindestens die folgenden Punkte berücksichtigt werden:

  • Einsatz von Thin Clients oder Fat Clients,
  • Hardware-Konfiguration der zugreifenden Clients sowie
  • Betriebssystem der zugreifenden Clients.

Es MUSS festgelegt werden, welche Software neben der Terminal-Client-Software zusätzlich auf den Clients zugelassen ist. Zusätzlich MUSS festgelegt werden, ob ein Client parallel Anwendungen auf unterschiedlichen Terminalservern benutzen darf.

SYS.1.9.A6 Planung der verwendeten Netze (B) [Planende]

Die Netze, über die Clients mit Terminalservern kommunizieren, MÜSSEN anhand der Anforderungen der bereitgestellten Anwendungen geplant und gegebenenfalls angepasst werden. Hierbei MÜSSEN mindestens folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • zu erwartende Anzahl gleichzeitiger Terminalserver-Sitzungen,
  • benötigte Übertragungskapazität,
  • maximal vertretbarer Paketverlust,
  • maximal vertretbarer Jitter sowie
  • maximal tolerierbare Latenzzeit des Netzes.
SYS.1.9.A7 Sicherer Zugriff auf den Terminalserver (B)

Es MUSS festgelegt werden, über welche Netze zwischen zugreifendem Client und Terminalserver kommuniziert werden darf. Zusätzlich MUSS festgelegt werden, wie die Kommunikation abgesichert werden soll. Es MUSS festgelegt werden, ob und wie mit dem Terminalserver-Protokoll verschlüsselt werden soll. Falls das Terminalserver-Protokoll in diesem Fall keine ausreichende Verschlüsselung bietet, MUSS die Kommunikation zusätzlich abgesichert werden.

Falls die Clients und der Terminalserver über unzureichend vertrauenswürdige Netze kommunizieren, MÜSSEN sich sowohl die Benutzenden als auch der Terminalserver beim Kommunikationsaufbau authentisieren.

SYS.1.9.A8 Sichere Zuordnung des Terminalservers zu Netzsegmenten (B)

Der Terminalserver MUSS in dedizierten Netzsegmenten oder in Client-Netzsegmenten positioniert werden. Innerhalb von Client-Netzsegmenten MÜSSEN Terminalserver identifizierbar sein.

Eine bestehende Netztrennung DARF NICHT über einen Terminalserver umgangen werden können.

SYS.1.9.A9 Sensibilisierung der Benutzenden (B)

Alle Benutzenden von Terminalservern MÜSSEN über den sicheren Umgang mit Terminalservern sensibilisiert werden. Den Benutzenden MÜSSEN mindestens die folgenden Inhalte vermittelt werden:

  • grundsätzliche Funktionsweise und die Auswirkungen von Latenz und verfügbarer Bandbreite auf die Bedienbarkeit
  • mögliche und erlaubte Speicherorte von Daten
  • zugelassene Austauschmöglichkeiten von Informationen zwischen dem Betriebssystem des Clients und dem Terminalserver (z. B. Zwischenablage)
  • Auswirkung des eigenen Ressourcenverbrauchs auf die zur Verfügung stehenden Ressourcen für andere Benutzende
  • eingerichtete Rollen und Berechtigungen für Terminalserver-Zugriffe
  • genutzte Authentisierung und Autorisierung der Benutzenden für die zur Verfügung gestellten Anwendungen
  • maximale Sitzungsdauer und automatische Abmeldevorgänge
SYS.1.9.A10 Einsatz eines zentralen Identitäts- und Berechtigungsmanagements für Terminalserver (S)

Für die Benutzung von Terminalservern SOLLTE ein zentrales System zum Identitäts- und Berechtigungsmanagement eingesetzt werden.

SYS.1.9.A11 Sichere Konfiguration von Profilen (S)

Benutzende SOLLTEN ihre spezifischen Einstellungen (Benutzendenprofile) NICHT derart ändern dürfen, dass die Informationssicherheit oder die Nutzung des Terminalservers eingeschränkt wird. Für die Benutzendenprofile SOLLTE eine geeignete maximale Größe festgelegt werden. Wenn Verbünde aus Terminalservern eingesetzt werden, SOLLTEN die Benutzendenprofile zentral abgelegt werden.

SYS.1.9.A12 Automatisches Beenden inaktiver Sitzungen (S)

Inaktive Sitzungen auf Terminalservern SOLLTEN nach einem vordefinierten Zeitraum beendet werden. Der Zeitraum, während dessen eine Sitzung maximal aktiv bleiben soll, SOLLTE abhängig von der jeweiligen Benutzendengruppe festgelegt werden. Falls eine Sitzung automatisch beendet wird, SOLLTEN die Betroffenen darüber benachrichtigt werden. Wenn eine Sitzung beendet wird, SOLLTE auch der oder die Benutzende automatisch vom Betriebssystem des Terminalservers abgemeldet werden, sofern die Sitzung am Betriebssystem nicht weiterhin für laufende Anwendungen benötigt wird.

SYS.1.9.A13 Protokollierung bei Terminalservern (S)

Für die Terminalserver SOLLTE entschieden werden, welche Ereignisse an eine zentrale Protokollierungsinfrastruktur (siehe OPS.1.1.5 Protokollierung) übermittelt werden sollen. Hierbei SOLLTEN mindestens die folgenden spezifischen Ereignisse an Terminalservern protokolliert werden:

  • Anbindung von Peripheriegeräten der zugreifenden Clients über das Terminalserver-Protokoll,
  • Aktionen auf dem Terminalserver durch zugreifende Clients, die erweiterte Rechte benötigen sowie
  • Konfigurationsänderungen mit Auswirkungen auf den Terminalserver-Dienst.
SYS.1.9.A14 Monitoring des Terminalservers (S)

Der Terminalserver SOLLTE zentral überwacht werden. Hierfür SOLLTEN mindestens folgende Parameter überwacht werden:

  • Auslastung der Ressourcen des Terminalservers,
  • Auslastung der Netzschnittstellen des Terminalservers,
  • verfügbare und genutzte Bandbreite der verbundenen Clients sowie
  • Latenz an den verbundenen Clients unter Berücksichtigung der jeweiligen Anforderungsprofile.

Für das Monitoring SOLLTEN vorab die jeweiligen Schwellwerte ermittelt werden (Baselining). Diese Schwellwerte SOLLTEN regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

SYS.1.9.A15 Härtung des Terminalservers (S)

Nicht benötigte Anwendungen auf dem Terminalserver SOLLTEN entfernt werden. Ist das nicht möglich, SOLLTE deren Ausführung unterbunden werden.

Der Zugriff aus einer Sitzung auf Peripheriegeräte SOLLTE auf die benötigten Geräte eingeschränkt werden.

SYS.1.9.A16 Optimierung der Kompression (S)

Der Grad der Kompression bei der Übertragung der Daten von und zum Terminalserver SOLLTE entsprechend der Anforderungen der jeweiligen Anwendung an die grafische Qualität optimiert werden. Die Anforderungen der bereitgestellten Anwendungen an Genauigkeit von grafischen Elementen, an Farbtreue und die für die Nutzung notwendige Bildrate SOLLTEN berücksichtigt werden.

SYS.1.9.A17 Verschlüsselung der Übertragung (H)

Jegliche Kommunikation zwischen Client und Terminalserver SOLLTE geeignet verschlüsselt werden. Dabei SOLLTEN sichere Protokolle gemäß BSI TR-02102 verwendet werden.

SYS.1.9.A18 Nutzung von Thin Clients (H)

Physische Thin Clients SOLLTEN verwendet werden. Es SOLLTEN NUR Thin Clients eingesetzt werden, die das Unternehmen, das die Terminal-Client-Software herstellt, als kompatibel ausgewiesen hat.

SYS.1.9.A19 Erweitertes Monitoring des Terminalservers (H)

Für den Terminalserver SOLLTE kontinuierlich überwacht werden, ob die in SYS.1.9.A13 Protokollierung bei Terminalservern beschriebenen Ereignisse auftreten.

Wird ein Security Information and Event Management (SIEM) genutzt, SOLLTE der Terminalserver darin eingebunden werden. Im SIEM SOLLTEN die überwachten Ereignisse hinsichtlich Anomalien inklusive Angriffsmustern automatisiert analysiert werden.

Der Terminalserver SOLLTE regelmäßig auf Schwachstellen überprüft werden.

SYS.1.9.A20 Unterschiedliche Terminalserver für unterschiedliche Gruppen von Benutzenden oder Geschäftsprozesse (H)

Die Benutzenden von Terminalservern SOLLTEN anhand ähnlicher Berechtigungen und benötigter Anwendungen gruppiert werden. Ein Terminalserver SOLLTE NICHT mehreren Gruppen von Benutzenden zur Verfügung gestellt werden. Ist dies nicht möglich, SOLLTEN dedizierte Terminalserver pro Geschäftsprozess eingesetzt werden.

SYS.1.9.A21 Nutzung hochverfügbarer IT-Systeme (H)

Der Terminalserver SOLLTE hochverfügbar betrieben werden. Dazu SOLLTEN der Terminalserver sowie dessen Netzanbindung redundant ausgelegt werden. Die verwendeten Terminalserver SOLLTEN im Verbund betrieben werden. Für die zugreifenden Clients SOLLTEN Ersatzgeräte bereitgehalten werden.

SYS.1.9.A22 Unterbinden des Transfers von Anwendungsdaten zwischen Client und Terminalserver (H)

Der Transfer von Anwendungsdaten zwischen dem Client und dem Terminalserver SOLLTE deaktiviert werden. Auch der Transfer der Zwischenablage SOLLTE deaktiviert werden.

1.1 Referenzi

1.2 Rekwiżiti identifikati

1.3 Regolamenti relatati

2. Rekwiżiti identifikati

Rekwiżiti
Sors Rekwiżit

3. Regolamenti relatati

Regolamenti
Sors Regolamentazzjoni

Kwistjonijiet marbuta