| Zinsänderungsrisiko bei Geschäften des Anlagebuchs | Das bestehende und künftige Risiko negativer Auswirkungen auf das wirtschaftliche Eigenkapital des Instituts oder auf den Nettozinsertrag des Instituts, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Marktwertänderungen, die sich aus ungünstigen Zinsänderungen ergeben, die zinssensitive Instrumente betreffen, einschließlich Gap-Risiko, Basisrisiko und Optionsrisiko. |
| Zinssensitive Instrumente | Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und außerbilanzielle Posten im Anlagebuch, die auf Zinsänderungen reagieren (ausgenommen Vermögenswerte, die vom harten Kernkapital abgezogen werden, z. B. Immobilien, immaterielle Vermögenswerte oder Beteiligungspositionen im Anlagebuch). |
| Kreditspreadsensitive Instrumente | Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und außerbilanzielle Posten im Anlagebuch, die auf Änderungen der Kreditspreads reagieren (ausgenommen Vermögenswerte, die vom harten Kernkapital abgezogen werden, z. B. Immobilien, immaterielle Vermögenswerte oder Beteiligungspositionen im Anlagebuch). |
| Gap-Risiko | Das Risiko aus der Laufzeitstruktur zinssensitiver Instrumente, das aus unterschiedlichen Zinsanpassungszeitpunkten entsteht (engl. „Gap“ = dt. „Lücke“), wobei sich die Zinsstrukturkurve gleichmäßig (paralleles Risiko) oder auch je nach Laufzeit unterschiedlich (nicht paralleles Risiko) verschieben kann. |
| Basisrisiko | Das Risiko aus der Auswirkung relativer Änderungen der Zinssätze auf zinssensitive Instrumente, die zwar ähnliche Laufzeiten haben, deren Preise jedoch auf unterschiedlichen Zinsindizes basieren. Das Basisrisiko resultiert aus einer unvollkommenen Korrelation bei der Anpassung der Zinserträge und -aufwendungen in Bezug auf unterschiedliche zinssensitive Instrumente mit ansonsten ähnlichen Zinsänderungsmerkmalen. |
| Optionsrisiko | Das Risiko aus (eingebetteten und expliziten) Optionen, die dem Institut oder seinem Kunden die Möglichkeit geben, die Höhe und den zeitlichen Verlauf der zugehörigen Cashflows zu ändern, d. h. einerseits das Risiko aus zinssensitiven Instrumenten, bei denen der Inhaber die Option mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausüben wird, wenn dies in seinem finanziellen Interesse ist (eingebettete oder explizite automatische Optionen), und andererseits das Risiko aus der impliziten oder vertraglich festgelegten Flexibilität von zinssensitiven Instrumenten, wonach Zinsänderungen zu einer Änderung des Kundenverhaltens führen können (eingebettetes verhaltensabhängiges Optionsrisiko). |
| Kreditspreadrisiko bei Geschäften des Anlagebuchs (CSRBB) | Risiko, das durch Änderungen des Marktpreises für das Kreditrisiko, für die Liquidität und für potenziell andere Merkmale kreditrisikobehafteter Instrumente verursacht wird, die nicht von einem anderen bestehenden aufsichtsrechtlichen Rahmen wie dem IRRBB oder vom erwarteten Kredit-Ausfallrisiko bzw. Risiko eines plötzlichen Ausfalls (Jump-to-Default-Risiko) erfasst werden. CSRBB erfasst das Risiko einer Veränderung des Spreads eines Instruments unter der Annahme der gleichen Bonitätseinstufung, d. h. wie sich der Kreditspread innerhalb einer bestimmten Bonitätseinstufung/eines bestimmten Ausfallwahrscheinlichkeitsbereichs bewegt. |
| Messgrößen der Nettozinserträge | Messgrößen der Änderungen der erwarteten zukünftigen Rentabilität innerhalb eines bestimmten Zeithorizonts, die sich im Falle von IRRBB aus Zinsänderungen oder im Falle von CSRBB aus Kreditspreadänderungen ergeben und umfassen Zinserträge und Zinsaufwendungen. |
| Messgrößen der Nettozinserträge zuzüglich Marktwertänderungen | Messgrößen der Nettozinserträge, nachdem die Marktwertänderungen von Instrumenten je nach Rechnungslegungspraxis entweder durch Messgrößen des beizulegenden Zeitwerts oder nGAAP bilanziert/berücksichtigt wurden. |
| Messgrößen für den wirtschaftlichen Wert (EV-Messgrößen) | Messgrößen in Bezug auf Änderungen des Nettobarwerts von zinssensitiven Instrumenten während ihrer Restlaufzeit, die sich im Falle von IRRBB aus Zinsänderungen ergeben; oder im Falle von CSRBB in Bezug auf Änderungen des Barwerts von Instrumenten, die während ihrer Restlaufzeit auf Kreditspreadänderungen reagieren, die sich im Falle von Kreditspreadbewegungen ergeben. EV-Messgrößen spiegeln Wertänderungen über die Restlaufzeit der zinssensitiven Instrumente im Falle von IRRBB oder der kreditspreadrisikosensitiven Instrumente im Falle von CSRBB wider – d. h. bis alle Positionen ausgelaufen sind. |
| Messgrößen für das wirtschaftliche Eigenkapital (EVE-Messgrößen) Bedingte Cashflow-Modellierung | Eine spezifische Form der EV-Messgröße, bei der das Eigenkapital, nicht in die Cashflows einbezogen wird. Cashflow-Modellierung unter der Annahme, dass die Zeitpunkte oder die Höhe der Cashflows durch das spezifische Zinsszenario bedingt sind. |
| Unbedingte Cashflow-Modellierung | Cashflow-Modellierung unter der Annahme, dass die Zeitpunkte und die Höhe der Cashflows nicht durch das spezifische Zinsszenario bedingt sind. |
| Bilanz ohne Neugeschäft | Eine Bilanzmit bilanziellen und außerbilanziellen Positionen, in der die bestehenden Positionen im Anlagebuch auslaufen und nicht durch neue Geschäfte ersetzt werden. |
| Dynamische Bilanz | Eine Bilanzmit bilanziellen und außerbilanziellen Positionen, in der Erwartungen zur künftigen Geschäftsentwicklung berücksichtigt sind und die konsistent an das relevante Szenario angepasst wird. |
| Bilanz mit Neugeschäft | Eine Bilanz mit bilanziellen und außerbilanziellen Positionen, deren Gesamtgröße und Zusammensetzung aufrechterhalten wird, indem auslaufende oder Zinsanpassungen unterliegende Cashflows durch neue Cashflows mit vergleichbaren Merkmalen hinsichtlich des Betrags, der Zinsanpassungsperiode und der Spread-Komponenten ersetzt werden. |
| Privatkundengeschäft | Eine natürliche Person oder ein KMU, wenn sich das KMU für die Forderungsklasse Privatkunden nach dem Standard- oder IRB-Ansatz für das Kreditrisiko qualifizieren würde, oder ein Unternehmen, das für die Behandlung gemäß Artikel 153 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in Frage kommt und wenn die Gesamteinlagen dieses KMU oder Unternehmens auf Gruppenbasis 1 Mio. EUR nicht übersteigen. |
| Für den Zahlungsverkehr bestimmte Einlagen und Konten | Für den Zahlungsverkehr bestimmte Einlagen und Konten sind unbefristete Privatkundeneinlagen, bei denen regelmäßige Transaktionen durchgeführt werden (z. B. bei denen Gehälter regelmäßig gutgeschrieben werden) oder unbefristete Privatkundeneinlagen, die selbst in einem Hochzinsumfeld zinslos sind. Andere Privatkundeneinlagen gelten als in einem nicht für den Zahlungsverkehr bestimmten Konto verwahrt. Messgrößen des wirtschaftlichen Werts (EV) und Messgrößen der Nettozinserträge zuzüglich |
| IRRBB-Messgrößen | Marktwertänderungen, die im Zusammenhang mit der Sensitivität in Bezug auf Zinsänderungen angewendet werden. Messgrößen des wirtschaftlichen Werts (EV) und Messgrößen der Nettozinserträge zuzüglich |
| CSRBB-Messgrößen | Marktwertänderungen, die im Zusammenhang mit der Sensitivität gegenüber Änderungen bei Marktkredit-/Liquiditätsspreads angewendet werden. |